Das Leben ist ein Arschloch

Wahrscheinlich klingt es schon wie eine Ausrede, wenn ich mal wieder schreibe, dass sich die nächste Folge vom Codex Aureus leider noch etwas verzögert, weil ich im Moment leider zu viel anderes um die Ohren habe. Jedenfalls habe ich das Gefühl, dass es wie eine Ausrede klingt.

Fakt ist aber, dass es so ist. Und auch, wenn es sonst keine Sau interessiert, habe ich aktuell das Bedürfnis, wenigstens mir selber zu erklären, dass die Dinge manchmal aus dem Ruder laufen. Dass es nicht immer an mir liegt, wenn ein Plan schief geht. Dass die Zeit nun mal begrenzt ist und es Dinge gibt, die wichtiger sind, als eine Kurzgeschichte online zu stellen. Verdammt noch mal, ich bin nicht Superwoman und das Leben ist …

Jetzt höre ich mich erst recht an, wie ein Jammerlappen. Aber was soll ich machen? Mein Sohn ist unheilbar krank (wer genaueres wissen will, kann „Muskeldystrophie Duchenne“ googeln, mir fehlt gerade die Kraft, das auch noch zu erklären). Bisher ging’s noch, aber sein Zustand hat sich in den letzten Wochen verschlechtert. Erst wurde das Treppensteigen zur Qual und seit gestern kann er nicht mehr ohne Hilfe nicht mal mehr stehen.
Heißt: Ich telefoniere seit Wochen mit Krankenkasse, medizinischem Dienst, sonstigen Behörden, Sanitätshäusern und Ärzten, erzähle immer wieder die gleiche Scheißgeschichte, mache Termine, Termine, Termine. Das kostet Zeit. Viel Zeit. Vor allem von dem Kontingent, das ich eigentlich zum Schreiben, Überarbeiten, Zeichnen und Arbeiten am Cover reserviert habe, denn natürlich sollen die Kinder nicht alles mitbekommen. Die machen sich jetzt schon genug Sorgen, wie es in Zukunft weiter geht.
Vor allem kostet es aber auch Nerven. Nicht, dass man mir das anmerkt. Ich kann tolle Fassaden bauen: äußerlich bin ich immer freundlich, sachlich, unaufgeregt und inhaltlich kompetent. Schließlich ist niemandem damit gedient, wenn ich mitten in einem Gespräch zu heulen anfange. Im schlimmsten Fall würde man mich für eine hysterische Ziege halten, was meinem Sohn (und dem Rest der Familie) nur schaden würde.
Auch sonst funktioniere ich noch ganz gut – nur eben dann nicht, wenn keiner hinguckt. Wenn ich alleine bin und gerade nichts zu oganisieren ist.

Und deshalb verzögert sich die nächste Ausgabe vom Codex eben. Tut mir leid, aber geht nicht anders.

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