Die Hexe und das iPhone

Kennt ihr das iPhone-Experiment? Kurz gesagt, geht es um folgendes Gedankenspiel: Was wäre, wenn die gesamte Menschheit plötzlich in eine Art Urzustand versetzt würde, in dem es nicht nur keine Technik mehr gibt, sondern nicht einmal mehr Kleidung. Alles, was bliebe, wäre ein Zettel mit der Aufforderung, ein bestimmtes iPhone zu bauen. Ob die Menschheit dazu fähig wären?

Ich bin da durchaus skeptisch.

Schon die Ausgangssituation finde ich ziemlich gruselig. Plötzlich nackt und ohne jedes Hilfsmittel dazustehen. Kein Dach über dem Kopf, keine Vorräte, Waffen …
Wie überlebt man in so einer Situation? Wer überlebt? Die Stärkeren? Die Klügeren? Die Egoisten? Oder die, die weder besonders klug, noch besonders stark sind, aber sich gegenseitig helfen, auch wenn es keinen unmittelbaren Vorteil bringt?

Ganz ähnlich ist die Situation bei einigen (vorwiegend amerikanischen) Filmen: Die Welt steht am Abgrund und nur wenige können gerettet werden. Natürlich wird die Elite zuerst in Sicherheit gebracht, die Staatslenker, die wichtigen Militärs, die großartigen Wissenschaftler, Schauspieler und andere Promis – und um die letzten Plätze wird ein gnadenloser Kampf geführt, in dem der Held am Ende auf seinen Platz verzichtet und dadurch seinen besten Freund/seine Geliebte/ein kleines Kind oder seine totkranke Mutter rettet. Und falls der Held überlebt, stirbt mindestens der supersympathische Sidekick.
Aber die Menschheit wird ein weiteres Mal überleben.

Wirklich?

So unähnlich die Szenarien zunächst wirken, so ähnlich sind sie auf den zweiten Blick. Zwar nehmen die Pioniere im zweiten Beispiel Ausrüstung mit – aber ob sie die tatsächlich gebrauchen können? Ein vollständig eingerichtetes Krankenhaus funktioniert wie lange? Wann gehen die Verbände aus? Wann läuft die Haltbarkeit der Medikamente ab? Und danach? Wer produziert sie, aus welchen Rohstoffen? Und was ist erst mit viel grundlegenderen Ressourcen, wie Nahrung und Kleidung? Welcher Wissenschaftler, welcher hohe Militär oder welcher Politiker weiß, wie man Kartoffeln oder Getreide anbaut, erntet und lagert? Wer kann ein Schaf scheren und die Wolle erst zu Garn und danach zu Stoff verarbeiten? Maschinen? Klar, die klugen Wissenschaftler an Bord können wahrscheinlich Maschinen für alles konstruieren. Aber können sie die auch zusammenbauen? Woher sollen die Einzelteile kommen, woher die Materialien?

Je länger ich an diesen Szenarien überlege, desto reizvoller finde ich es, auch darüber mal zu schreiben. Aber das wäre ein großes Projekt. Ein sehr großes, denn auf der anderen Seite frage ich mich auch, was aus dem Rest der Menschheit wird. Ob sie wirklich alle sterben? Was wenn nicht? Wie würden sie (über-)leben?

Fragen über Fragen und genug Stoff für einen mindestens-600-Seiten-Wälzer. Wenn nicht gar eine Saga.
Ich weiß wirklich nicht, ob ich da rantrauen soll.

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