ISBN und eBooks

Wie angekündigt habe ich ein bisschen recherchiert. Erst mal zur Frage, ob ein eBook überhaupt eine ISBN braucht, wo man die bekommt und was das kostet.

Was ist das, wo gibt’s das und darf’s ein bisschen mehr sein?

Die Abkürzung steht für Internationale Standartbuchnummer und soll Bücher eindeutig identifizierbar machen. Eine Pflicht, sich eine zu besorgen, gibt es nicht. Aber es ist sinnvoll, eine zu haben wenn man in das Sortiment eines (online-)Buchhändlers aufgenommen werden will (zu den Ausnahmen komme ich noch). Die Form der Veröffentlichung ist dabei relativ egal, d. h. eBooks brauchen ebenso eine, wie gedruckte Bücher.

Für Deutschland werden ISBN zentral von der Agentur für Buchmarktstandarts in Frankfurt vergeben.

Da die ISBN nicht den Titel, sondern ein bestimmtes Buch eindeutig identifizierbar machen soll, kann es sein, dass man sich für das gleiche Buch mehrere ISBNs besorgen muss:

  • Für ein eBook, wenn es in verschiedenen Formaten veröffentlicht wird, z. B. als ePub und Adobe DRM. In diesem Fall braucht jedes Format seine eigene ISBN.
  • Bei einem mehrbändigen Werk brauchen sowohl das Gesamtwerk, als auch die Einzelbände eine eigene ISBN.
  • Wenn man an dem Buch mehr verändert, als das Cover, die Rechtschreibung oder den Preis, braucht man eine neue ISBN.
  • Wenn man sein Buch außerdem als Taschenbuch, Hardcover oder Hörbuch herausbringen will, braucht man für jede dieser Veröffentlichungen eine eigene. Für Hörbücher wahrscheinlich sogar wieder mehrere, wenn man in unterschiedlichen Formaten speichert, aber das ist nur eine wohlbegründete Annahme.

Als ich die Preise gesehen habe, musste ich erst mal kräftig schlucken. Eine einzelne ISBN kostet nämlich 75,- Euro zuzüglich Versand und Mehrwertsteuer. Wenn man sich als Verlag anmeldet, ist man mit 173,- Euro aufwärts dabei, bekommt dafür allerdings auch eine Liste. Aber 85,- Euro für eine Kurzgeschichte, die beim Verkauf maximal 0,99 Euro kosten darf, ist schon hart.

Ausnahmen

Für eBooks, die in einem geschlossenen System veröffentlicht werden, also z.B. über amazon Publishing oder über Apple i-books, braucht man keine ISBN.
Das gleiche gilt vermutlich auch, wenn man den Download ausschließlich im Direktvertrieb auf der eigenen Webseite anbietet.
Aber wenn man auch an den Buchhandel will, kommt man um eine ISBN nicht herum.

Und jetzt die gute Nachricht

Es gibt verschiedene Anbieter, die einem das Buch nicht nur kostenlos konvertieren und hochladen, sondern einem auch eine ISBN besorgen und noch verschiedene andere Dienstleistungen anbieten (z. B. BookRix, neobooks, epubli oder auch BoD). Dafür lassen sie sich allerdings mit 30% – 40% am Umsatz der verkauften eBooks beteiligen.
Auch wenn man direkt bei der Buchhandelsallianz Tolino hochlädt, bekommt man dort eine ISBN (und Service drumrum) gegen 30% vom Nettoverkaufspreis.
Es gibt also eigentlich keinen Grund, für die ISBN in Vorkasse zu treten.

Mehr zur ISBN gibt es hier:
Wikipedia
ISBN-Handbuch für Deutschland

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Ein Kommentar zu „ISBN und eBooks

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