Alte Geister – ein Beitrag für die Blogparade auf cluewriting.de

Endlich ist er fertig, der schon lange angekündigte Beitrag für die Blogparade auf Clue Writing. Als Clues waren vorgegeben: Flügel, Schaf, Enthusiasmus, Teppichboden, Gewürznelke, als Setting ein Wohnblock.

Genau genommen ist die folgende Kurzgeschichte ein gekürzter Ausschnitt einer deutlich längeren Geschichte. Aber die Regeln sehen nun mal eine Beschränkung auf maximal 1700 Worte inklusive Titel vor und ich denke, dass dieser Ausschnitt auch ganz gut für sich alleine steht.
Jetzt aber genug der Vorreden, urteilt selbst:

 

Alte Geister

Aus reinem Unwissen war der Wohnblock genau über dem alten Friedhof gebaut worden. Als mit dem Bau begonnen wurde, war seine Lage längst ebenso vergessen, wie der Name der Siedlung, zu der er gehört hatte. Geblieben waren nur die Geister der Toten.

Zu den ersten Mietern gehörte Henriette Lehmann, die diesen Namen aber nur auf ihren Briefkasten schrieb. An den Türklingeln stand Mme. Voilève und in kleinerer Schrift darunter: Hellseherin. Nicht, dass Henriette an solche Spökenkiekerei glaubte. Aber ihre Kunden taten es.
Mme. Voilève erfüllte die in sie gesetzten Erwartungen. Sie trug lange Kleider mit weitschwingenden Röcken, klirrenden Silberschmuck, üppiges Make-up und einen Turban, der die kurzen Haare verbarg. Das Wohnzimmer ließ sich mit wenigen Handgriffen in den Salon einer Hellseherin verwandeln. Die Anregungen dafür hatte Henriette sich von den zahlreichen Hobbyhexen im Internet geholt. Vor jeder Seance schloss sie die Samtportieren vor den Fenstern, stellte die den Elementen geweihten Altäre auf und zündete Kerzen und Weihrauch an. Der Tisch verschwand unter einer Spitzendecke, Sessel und Couch unter einer Extraschicht bunter Kissen. Ein Messingsamowar lieferte Heißwasser, falls der Kunde Tee- oder Kaffeesatz gelesen haben wollte. Kristallkugel, Runenplättchen und Tarotkarten lagen, in Seidentücher gewickelt, auf einem Beistelltischchen bereit. Während der Sitzungen stand die Wohnzimmertür einen Spalt breit auf, damit die beiden Katzen, der schwarze Baal und die dreifarbige Bastet, nach Belieben kommen und gehen konnten.
Ihren Kunden gefiel die Atmosphäre. Viele kamen regelmäßig, aber auch die, denen eine Beratung reichte, zollten ihr überwiegend Anerkennung und empfahlen sie weiter.
Henriette sah darin die Bestätigung für ein erfolgreiches Geschäftskonzept. Sie glaubte lediglich an Psychologie. Ganz ohne Para.

Daher lächelte sie nur, als ihre Nachbarin eines Morgens halb im Scherz erzählte, sie habe den Eindruck, in ihrer Wohnung spuke es. »Ich bin mir sicher, dass ich die Schlüssel an den Haken gehängt habe. Das tue ich immer.«
»Und wo waren sie?«
»Im Kühlschrank! Können Sie sich das vorstellen?«
Henriette konnte. »Wahrscheinlich hatten Sie sie noch in der Hand, als Sie vom Einkaufen zurückgekommen sind, und haben sie versehentlich zusammen mit den Einkäufen hineingetan.«
Die Nachbarin gab zu, dass das eine Erklärung sein könne, klang aber nicht überzeugt. Geister waren vermutlich leichter zu akzeptieren, als die eigene Schusseligkeit, dachte Henriette, während sie ihre Wohnungstür aufschloss. Sie war in Eile. Der erste Termin war bereits in einer halben Stunde.

Nachdem sie sich in Mme. Voilève verwandelt hatte, stöckelte sie in die Küche, um Wasser für den Samowar zu holen. Die Tür zum Wohnzimmer stand einen Spalt offen und augenblicklich befiel Henriette eine Vorahnung, die nichts mit Parapsychologie zu tun hatte. Sie holte tief Luft und stieß die Tür ganz auf. Das Bild, das sich ihr bot, übertraf die schlimmsten Erwartungen. Der große Kerzenleuchter vom Altar an der Ostwand war umgestoßen. Die Bruchstücke der Kerzen lagen zwischen Runensteinen und Weihrauchkrümeln auf dem Teppichboden. Zum Glück stand das Räucherbecken noch. Am Rand ihres Blickfelds nahm Henriette eine Bewegung wahr. Etwas streifte ihre Beine, wie ein kühler Luftzug.
»Du kleines Miststück!«, rief sie der Katze hinterher. »Musstest du ausgerechnet jetzt …«
Aber zu mehr war keine Zeit. Hastig goss sie das Wasser in den Samowar, klaubte die Runensteine und die größeren Kerzenstücke auf, warf die Steine auf den Tisch und die kaputten Kerzen in den Mülleimer in der Küche, griff sich ein paar Gewürze und den Tischstaubsauger, lief ins Wohnzimmer zurück, streute die Gewürze auf das Räucherbecken, saugte die Weihrauch- und Kerzenkrümel zusammen, schloss die Vorhänge, steckte neue Kerzen in den Leuchter und zündete sie an. Sie war gerade fertig, als es klingelte.

Nachdem der Kunde gegangen war, verwandelte Mme. Voilève sich in Henriette zurück, riss die Flügel des Fensters auf und lüftete gründlich. Das Wohnzimmer ganz aufzuräumen wäre unsinnig, weil sie noch zwei weitere Kunden erwartete. Aber der intensive Geruch nach Zimt, Gewürznelke, Sternanis und Salbei bereitete ihr Kopfschmerzen. Besser, sie besorgte schnell neues Räucherwerk, aus der Großbuchhandlung am Neumarkt. Bevor sie die Wohnung verließ, schloss sie das Fenster und vergewisserte sich, dass keine der beiden Katzen im Raum war, bevor sie die Wohnzimmertür hinter sich schloss.
Vermutlich hätte ich auch noch abschließen sollen, dachte sie, als sie bereits an der Kasse stand. Für den Fall, dass eine der Katzen es gelernt hatte, die Tür zu öffnen. Gehört hatte sie davon schon.

Um so dankbarer registrierte sie bei ihrer Rückkehr, dass die Wohnzimmertür immer noch geschlossen war. Trotzdem konnte sie dem Drang nicht widerstehen, hineinzusehen. Der Anblick traf sie, wie ein Schlag in die Magengrube. Das Deck Tarotkarten lag auf dem Boden. Aufgefächert. Mit der Rückseite nach oben. So, wie sie es vor ihren Kunden ausbreitete, bevor sie diese aufforderte, drei Karten zu ziehen. Aber was Henriette wirklich aus der Fassung brachte, war, dass drei Karten bereits umgedreht davor lagen: Hohepriesterin, Eremit und Stern.
»Was zum Teufel?!«
Mit zwei schnellen Schritten war sie im Raum, raffte die Karten zusammen und legte sie auf den Tisch zurück. Fast ängstlich sah sie sich noch einmal um. Nichts sonst war verändert.
Sie zwang sich, zu ihrer Routine zurückzukehren, das Räucherbecken aufzufüllen, die Kohlen anzuzünden und Weihrauch darüber zu streuen. Halb erwartete sie, im Rauch Gestalten zu sehen, aber nichts geschah. Gut. Ihr Herzschlag beruhigte sich allmählich. Sie ging in die Küche und kochte frischen Tee. Als sie die Kanne und neue Tassen ins Wohnzimmer trug, lag der Kartenstapel genau dort, wo sie ihn abgelegt hatte. Sie bedachte ihn mit einem misstrauischen Blick, ging aber schließlich doch ins Bad. Es war höchste Zeit, wieder Mme. Voilève zu werden.

Ihre Routine rettete sie über die Sitzungen. Beide Kunden gingen sehr zufrieden, obwohl Henriette die ganze Zeit die drei Karten vor sich sah. Hohepriesterin. Eremit. Stern. Als ob jemand sie so hingelegt hatte. Als ob ihr jemand etwas sagen wollte.
»Jetzt wirst du schon selber zu so einem abergläubischen Schaf«, schimpfte sie, während sie die Katzen fütterte. »Bestimmt gibt es eine rationale Erklärung.«
Das Dumme war nur, dass ihr keine rationalere Erklärung einfiel, als dass jemand die Karten dahin gelegt hatte, um ihr etwas zu sagen. Dass an diesem Abend ausgerechnet »Ghost – Nachricht von Sam« im Fernsehen lief, machte die Sache nicht besser.

Schließlich gab sie entnervt auf, holte einen Bogen Backpapier, breitete ihn auf dem Wohnzimmertisch aus und schrieb in großen Lettern alle Buchstaben des Alphabets darauf. Als Nächstes holte sie ein Glas, stellte es umgedreht in die Mitte des Papiers und legte die Spitzen von beiden Zeige- und Mittelfingern darauf.
»Gut, machen wir eine Séance. Eine ganz einfache Séance!«, rief sie und kam sich gleichzeitig unglaublich dämlich vor. »Wer oder was auch immer du bist – jetzt kannst du sagen, was du zu sagen hast.«
Das Glas ruckte. Henriette riss die Augen auf. Sie musste sich zwingen, ruhig sitzen zu bleiben. Als habe es ihr Widerstreben gespürt, blieb das Glas einen Moment stehen, bevor es sich wieder in Bewegung setzte. Zuerst nur langsam, wie um sicherzugehen, dass ihre Finger folgten, dann nahm es Fahrt auf, blieb kurz auf dem S stehen und glitt weiter zum E. Henriette buchstabierte halblaut mit: »R – V – U – S.«
Das Glas hielt inne.
»Servus?« Henriette kicherte nervös. »Bist du Bayer?«
Das Glas setzte sich wieder in Bewegung.
»Kimber«, buchstabierte Henriette. Was war das denn? »Und was willst du?«
»HILFUNS«
Henriette brauchte einen Moment, bis sie begriff, dass das ›Hilf uns‹ heißen sollte. Na, das konnte ja heiter werden. Trotzdem fragte sie: »Und wie?«
»NIMMDENSTEIN«
»Verdammt noch eins«, schrie Henriette frustriert. »Geht’s nicht ein bisschen klarer? Welchen verdammten Stein denn nun wieder?«
Diesmal rutschte das Glas eine ganze Weile hin und her, so schnell, dass Henriette Mühe hatte, sich die einzelnen Buchstaben zu merken. Als es endlich innehielt, schüttelte sie den Kopf und sagte: »Sorry Leute, aber darauf brauche ich erstmal einen Schnaps.«

Sie ging in die Küche und kippte Glas Vodka auf ex. Die Flasche nahm sie sie mit ins Wohnzimmer. Dieses Mal brauchte sie das Glas auf dem Tisch nicht einmal zu berühren. Kaum hatte sie sich gesetzt, glitt es von alleine über das Papier. »PROST«
»Danke«, murmelte Henriette und nahm noch einen Schluck, diesmal direkt aus der Flasche. »Ihr habt also den Stein der Weisen.«
»JA«
»Ihr solltet ihn vernichten, und weil ihr das nicht getan habt, müsst ihr spuken.«
»JA«
»Ok.« Sie nahm noch einen Schluck und gleich darauf noch einen. Das Zeug brannte wie Hölle und genau das brauchte sie jetzt. Immerhin zeigte das Brennen, dass sie nicht träumte, oder? »Und ihr sucht jemanden, der euch den Stein und die Aufgabe abnimmt.«
»JA«
Henriette nickte. Wenn man akzeptierte, dass es Geister und einen Stein der Weisen gab, wurde die Geschichte beinahe logisch. »Und spukt ihr schon lange?«
»SEHR«
Sie nickte wieder und genehmigte sich noch einen Schluck. »Muss öde sein.«
»JA« Das Glas verharrte einen Moment, dann setzte es sich wieder in Bewegung. »WIRWOLLENRUHEFRIEDENSCHLAF«
»Kann ich verstehen.«
»BITTEHILF«
»Ja, aber wie denn?«
Das Glas setzte sich wieder in Bewegung. Henriette brauchte ein bisschen, um zu begreifen, aber offenbar musste man nur ein bisschen graben. Das sollte kein Problem sein.
»Und ihr seid sicher, dass er noch da ist. Könnte doch sein, dass nach all den Jahren … Nicht, dass da jetzt auch ein Haus drauf steht oder so?« Sie merkte, dass ihre Aussprache ein bisschen verwaschen klang. Kein Wunder, es war ja auch schon spät. Fast Mitternacht. Zeit, dass sie ins Bett kam.
»Ja, er ist noch da und zugänglich. Bitte hilf!«, erklang eine Stimme direkt in ihrem Kopf. Eine Männerstimme. Dunkel. Schmeichelnd.»Er war nie auf dem Friedhof, sondern im heiligen Hain. Das schien uns angemessen und es gibt ihn immer noch. Mittendrin liegt ein See mit einer Insel.«
»Der Park«, murmelte Henriette und stand schwankend auf.
»Auf der Insel haben wir damals die Götter angerufen«, fuhr die Stimme fort. »Dort, wo einst der Altar war, steht heute eine Eiche. Sehr alt jetzt, aber damals war sie nur ein Sprössling. Dort liegt der Stein.«
»Na gut, dann woll’n ma mal. Ich hol nur eben ’ne Schaufel.«, sagte sie ohne Enthusiasmus. Aber manche Dinge mussten eben getan werden, und wie es aussah, war sie die Einzige, die hier etwas tun konnte.

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Wie kommst du auf deine Ideen?

Mal wieder eine der Fragen aus dem Autorenfragenbingo und zwar eine, die sich nicht so leicht beantworten lässt. Jedenfalls nicht so, dass man daraus eine handwerkliche Regel für Kreativtechniken ableiten könnte.

Grob gesagt: Einige fliegen mir zu, andere kommen wenn man sie lockt.
Allerdings klappt das auch mit dem Zufliegen nicht, weil ich so furchtbar viel Phantasie und ganz viele tolle Einfälle habe, sondern ist meist als Nebenprodukt von irgendwas anderem und manchmal gar nicht so erwünscht. Zum Beispiel hat mich die Grundidee für die vor kurzem fertig gewordene Vampirgeschichte angefallen, als ich am Hauptfriedhof vorbeigefahren bin. Alle Einfälle zur konkreten Handlung kamen während des Schreibens.
Oder um ein Beispiel für eine herausgelockte Geschichte zu nehmen: Die Kurzgeschichte, an der ich gerade schreibe, entsteht im Rahmen eines Clue Writing Projekts. Es sind ein paar Schlüsselwörter und ein Setting vorgegeben. Genre und Stil sind frei. Da ich Fantasy schreibe, war klar, dass es eine Fantasy-Geschichte werden soll. Also habe ich mich hingesetzt und überlegt, was in dem Setting möglich wäre. So kurz vor Weihnachten boten sich natürlich Engel, Weihnachtsmänner, Feen, Wichtel usw. an und mir war sehr schnell klar, dass ich über all das NICHT schreiben wollte. Dafür hatte ich (wahrscheinlich noch von der Vampirgeschichte inspiriert) ganz schnell einen ersten Satz, der das Setting klar machte: „Der Wohnblock war genau auf dem alten Friedhof erbaut worden.“ Das provoziert die Frage nach den Auswirkungen und dem möglichen „Personal“. Nachdem ich mich auf Geister festgelegt hatte, brauchte ich einen Grund für’s Geistern und einen Gegenspieler und so kam eins zum anderen.

Zusammenfassend kann man vielleicht sagen: Im günstigsten Fall springt mich die Grundidee an, aber der Rest ist Nachdenken.

aktuelles Projekt: Geistergeschichte

Nachdem die leicht durchgeknallte Vampirgeschichte fertig ist, schreibe ich jetzt an einem Beitrag für die Blogparade bei Clue Writing. Die Vorgabe für das Setting ist ein Wohnblock, die Schlüsselwörter lauten Flügel, Schaf, Enthusiasmus, Teppichboden und Gewürznelke.

Da ich Fantasy schreibe, wird es natürlich übernatürlich: Eine Wahrsagerin, die nicht an Geister glaubt, wird von eben diesen heimgesucht.

Das einzige Problem wird (mal wieder) die Textlänge. Vorgegeben sind 870 bis maximal 1.700 Worte. Da heißt es am Ende wieder kürzen, kürzen und noch mal kürzen.

 

Zusammenschluss von neobooks und epubli

Der Holtzbrinck-Konzern hat seinen Töchtern neobooks und epubli Zusammenarbeit verordnet. Vorläufig arbeiten aber mit eigenen Angeboten an den Firmensitzen Berlin und München weiter.


http://www.buchmarkt.de/content/64547-wachstumsmarkt-selfpublishing-epubli-und-neobooks-sollen-ab-2016-gemeinsam-gefuehrt-werden.htm
http://www.epubli.de/blog/neobooks-und-epubli
Neuigkeiten bei neobooks

Überlegungen zum Cover

Überlass die Covergestaltungen den Profis, lautet eine der ersten Empfehlungen, die man bekommt, wenn man seine Sachen selber veröffentlichen will. Wenn du nicht gerade selbst Designer bist, wird daraus nur Müll.

Ok, kann sein.

Kann auch sein, dass ich vollkommen größenwahnsinnig bin, aber mir ist diese Empfehlung ziemlich schnurz.

Die zehn größten Fehler beim Coverdesign hätte ich rein instinktiv auch dann ausgelassen, wenn ich diesen Artikel nicht gelesen hätte. Ganz abgesehen davon, dass in meinen Augen auch das als Beispiel für die „richtige“ Gestaltung gewählte Cover absolut unterirdisch ist, wenn man nicht gerade Romances über Rockerbräute im Drogenrausch schreibt.
Andererseits bin ich aber auch nicht so größenwahnsinnig, dass ich glaube mit meinen Covern erfolgreich völlig neue Wege beschreiten zu können. Mehr Mut, bei der Covergestaltung eigene Wege zu gehen, um Herausragendes zu erreichen, lautet nämlich die konträre Empfehlung, die Selfpublishern mit auf den Weg gegeben wird. Aber auch da bin ich skeptisch. Die vorgestellten Beispiele sind in meinen Augen nämlich viel zu wirr, um als Thumbnails im Shop noch ansprechend zu wirken.

Womit wir schon bei meinen eigenen Überlegungen sind:

  1. Das Cover muss klar und übersichtlich gegliedert sein, damit es auch in der Verkleinerung noch gut aussieht. Ein wirr wirkendes Cover suggeriert außerdem einen wirren Inhalt und mindert den Wiedererkennungswert.
  2. Die Schrift muss auch in der Verkleinerung lesbar sein, damit der Titel wahrgenommen wird. Menschen gucken automatisch erst auf ein Bild, bevor sie die Beschriftung lesen. Also nützt es nichts, sich darauf zu verlassen, dass der Titel ja auch noch mal in der Buchbeschreibung steht.
  3. Das Cover muss zum Inhalt passen. Es muss vermitteln, dass es sich um Fantasy handelt und es sollte einen Bezug zur Geschichte selbst beinhalten.
  4. Da es sich nicht lohnt, für jede Geschichte ein ganz neues Cover zu entwerfen, erscheinen alle mit einem einheitlichen Design, das für die jeweilige Geschichte nur um ein einzelnes zentrales Motiv ergänzt wird. Dieses Vorgehen erhöht außerdem den Wiedererkennungswert.

Jetzt muss ich diese Vorgaben noch gestalterisch umsetzen. Zwei bis drei Ideen habe ich schon und eine ist sogar schon zu einem ersten Entwurf gediehen, der aber noch weiter bearbeitet werden muss. Aber darüber erzähle ich ein anderes Mal.

Kennst du … Ist das dein Vorbild?

Eine weitere Frage aus dem Autorenfragenbingo, das ich vorgestern vorgestellt hatte.

Der Trend geht auch bei mir deutlich zum Zweit- und Drittbuch, was ein Blick in mein Bücherregal bestätigt.

ein paar Bücher und anderer Krams
Ausschnitt aus meinen Regalen

Das Bild zeigt natürlich nicht alle Regale und erst recht nicht alle Bücher. Im Durchschnitt lese ich 3 – 4 Bücher im Monat, sowohl eBooks, als auch Print und höre noch mal ungefähr so viele als Hörbuch.

Alle haben mich in irgendeiner Form beeinflusst, aber ein konkretes Vorbild kann ich nicht nennen.

Trotzdem gibt es natürlich gibt einige Autoren, die ich aus unterschiedlichen Gründen mehr schätze, als andere. Das sind z. B.:

  • J.R.R. Tolkien wegen seines Klassikers, Der Herr der Ringe. Die Geschichte ist zwar nach heutigen Maßstäben ein bisschen langatmig erzählt und verstößt auch sonst gegen viele Regeln der Ratgeberliteratur (man denke nur an die seitenlangen Infodumps), aber sie erreicht gleichzeitig eine große Tiefe und ist immer noch ein Beispiel für gelungenen Weltenbau.
  • Patrick Rothfuss wegen seiner stilistischen Brillanz und weil er es schafft, poetisch zu schreiben, ohne in Kitsch abzugleiten. Ganz abgesehen davon, dass auch seine Geschichten einfach gut sind.
  • Andrzej Sapkowski, der in seiner Hexer-Serie Sagen, Märchen und Fantasy-Motive mischt, gleichzeitig aber mit allen Erzähltraditionen der Fantasy bricht und sie dadurch sehr real wirken lässt. Bei ihm gefällt mir außerdem die Ambivalenz seiner Figuren.

Außerdem wären zu nennen: Sergei Wassiljewitsch Lukjanenko, Neil Gaiman, China Mieville und Jasper Fforde. Natürlich habe ich auch die Harry Potter Bücher gerne gelesen aber sie haben mich nicht so beeindruckt, wie die davor genannten. Das Gleiche gilt für Terry Pratchett, Tad Williams, George R. R. Martin, Matt Ruff und viele andere.

Warum ich Fantasy und Historisches schreibe

An der Fantasy reizt mich, neue Welten zu erschaffen, bzw. die Regeln unserer Wirklichkeit zu verbiegen. Nehmen wir z. B. an, es gäbe Nixen und Nöcke wirklich. Wo würden sie jetzt leben? Gehen die Legenden von Krokodilen in der Kanalisation vielleicht auf Begegnungen mit ihnen zurück, nur dass man heute eben nicht mehr an sie glaubt und daher eher annehmen würde, ein Krokodil zu sehen? Wo fänden Feen in der Großstadt ihre ökologische Nische?
Aber daneben schreibe ich auch klassische High Fantasy, in der Schwert und Magie regieren. Diese Geschichten haben ihr eigenes Universum, das vielleicht noch Spuren von Mittelerde und Narnia trägt, aber ich lasse mich auch gerne von Märchen und Sagen aus aller Welt inspirieren und von historischen Stoffen inspirieren.

So gesehen liegt es dann schon wieder nahe, auch historische Ereignisse aufzugreifen, zumal ich mich auch privat für Geschichte interessiere und die Genres ohnehin nicht scharf getrennt sind. In vielen historischen Romanen finden sich Figuren mit magischen Fertigkeiten. Angefangen bei Gustave Flauberts Salammbo über Gordons Medicus und Follets Säulen der Erde bis hin zu Sabine Eberts Hebamme.  Das Buch wird dann dem dominieren Genre zugeordnet. Wobei auch schon mal der eine oder andere Fehler passieren kann.

Game of Thrones als Historischer Roman (Quelle: Twitter, Fotograf unbekannt)

In jedem Fall versuche ich, auch klassische Themen und bekannte Stoffe originell aufzubereiten und ihnen neue, überraschende Aspekte abzugewinnen. Schmachtende Vampire wird es bei mir in absehbarer Zeit nicht geben. Allenfalls verschmachtende. Versprochen.

Autorenfragenbingo

Bei Twitter bin ich über dieses Bild gestolpert:

cvaxiubwoaiwren
Quelle: Internet, Verfasser unbekannt

Anscheinend wird das so ziemlich jeder gefragt, der sich als Autor outed. Aber wenn das Interesse so generell ist, werde ich das doch gerne aufgreifen und die gestellten Fragen in nächster Zeit in lockerer Reihenfolge beantworten.

Die Antwort auf die letzte Frage ist dabei ein klares: Nein. Da ich kein zusammenhängendes Buch schreiben, sondern eine Reihe von Kurzgeschichten verfassen und veröffentlichen will, kann ich auch kein Buch verschicken.

Adobe ID

Eine Adobe ID braucht man, um mit Adobe DRM geschützte Texte lesen und die Onleihe Funktion der öffentlichen Bibliotheken nutzen zu können.

Wie man eine Adobe ID bekommt und registriert, erklärt ein Tutorial auf der Seite von ePub3 so gut und ausführlich, dass ich auf jede weitere Erklärung verzichtet und es einfach verlinkt habe.