Engelszähne

Wusstest du, dass das, was wir hier unten auf der Erde als „Hagel“ bezeichnen, in Wahrheit Engelszähne sind? Nein?

Dann nimm‘ dir etwas zu trinken und höre gut zu!

Natürlich verlieren Engel ihre Zähne nicht so einfach – schon gar nicht in solchen Mengen. Engel haben auch keine Milchzähne, wie kleine Kinder. Das ergäbe ja auch gar keinen Sinn, da sind wir wohl einig. Wir sind uns wohl auch darüber einig, dass man zum Harfe spielen oder um im Himmelschor mitzusingen, einen Körper benötigt. Klar, für einige andere Dinge auch. Sogar als Engel. Aber das lassen wir mal außen vor.

Jedenfalls bekommt jede neu durch das Himmelstor getretene Seele einen Körper, den sie sich nach dem Baukastensystem selbst zusammenbauen darf. So behalten die Engel ihre Individualität, obwohl sie aus Normbauteilen bestehen. Selbstverständlich sind diese Körper perfekt (selbst, wenn sie nicht unbedingt humanoid aussehen, aber das ist wieder eine andere Geschichte). Schließlich ist im Himmel alles perfekt.

Zu einem perfekten System gehört auch das Recycling von Rohmaterialien. So bald eine Seele den Himmel verlässt, um wiedergeboren zu werden, kommen die Engelskörper daher in die Werkstatt, wo sie auseinandergenommen werden. Die Einzelteile werden anschließend generalüberholt und in Kisten gelagert, damit die neuen Seelen darauf zugreifen können.

Wie man sich vorstellen kann, ist dieses Lager ziemlich groß und die Kisten mit den Zähnen stehen ziemlich weit hinten. Daher kommt es manchmal vor, dass ein schusseliger Transportengel oder eine besonders tollpatschige Seele eine dieser Kisten umschmeißt. Wenn das passiert, hagelt es hier unten Engelszähne. Weisste Bescheid!


Die Geschichte entstand heute spontan auf Twitter als nach einem Synonym für „Hagelkorn“ gesucht wurde. Danke an @ME_Lee_Jonas für die schöne Inspiration!

Thematische No-Goes

Meine 5 Cent zum #Autor_innensonntag

Mal ganz abseits der allgegenwärtigen Debatten darüber, was man angeblich nicht mehr sagen und worüber man angebliche nicht mehr schreiben dürfe: Natürlich gibt es Dinge, über die ich nicht schreiben will. Dazu gehört zuerst mal alles, was in den Bereich blood and guts oder gore fällt, also die sehr detaillierte Darstellung exzessiver Gewalt um ihrer selbst willen. Damit will ich nicht sagen, dass meine Bücher gewaltfrei sind. Das sind sie absolut nicht. Aber ich gehe selten in die Details und wenn doch, dann nur, weil es notwendig ist. Aber durchgehend Gewalt zu schildern, weil es edgy oder weil es ein effektives Mittel ist, bei den Lesenden Gefühle auszulösen (und sei es „nur“ Ekel), halte ich für grundfalsch.

Genauso falsch finde ich es, Menschen in Gruppen zu kategorisieren. Männer sind vom Mars, Wikinger breitbrüstige brünstige Barbaren, Frauen verstehen nichts von Technik, Rothaarige sind temperamentvoll, Menschen mit Sternzeichen Waage … Nein! Einfach nein. Menschen sind zunächst mal Individuen und als solches kann eine Frau auch nichts von Technik verstehen und jemand mit Sternzeichen Waage besonders ausgeglichen sein. Oder anders herum. Aber das sind erstens nur Charaktereigenschaften unter vielen anderen und zweitens besagen sie nichts über die Fähigkeiten anderer Menschen gleichen Geschlechts, Sternzeichen, Haarfarbe oder Schuhgröße.


Die Flut

Ein Märchen

Es war einmal, vor langer Zeit, da lebte ein König in seinem Schloss, hoch über dem Meer. Oft stand er auf den Zinnen des Nordturms, sah hinaus auf die rollende See, zählte die Segel seiner Handelsflotte und der vielen kleinen Fischerboote. An anderen Tagen erfreute er sich vom Südturm aus am Anblick des fruchtbaren Lands zu seinen Füßen. Wälder wechselten sich dort mit Wiesen, Weiden und wohlbestellten Felder. Dazwischen lagen Dörfer und kleine Städte. Der König sah es mit Wohlgefallen.
So vergingen Wochen, Monate und Jahre. Das Land gedieh, das Volk war zufrieden und alles war gut.

Doch dann, eines Tages geschah es, dass die Oberste Seherin vor den König trat und sagte: „Hört mich an, Majestät! Das Reich ist in Gefahr. Die Berechnungen haben ergeben, dass uns eine Flut nie gekannten Ausmaßes droht. Lasst unverzüglich die Deiche erhöhen und die Hafentore schließen.“
Bevor der König antworten konnte, mischte sich sein ältester Sohn, Prinz Beilfried ein. „Es liegt mir fern, an Eurer Weisheit zu zweifeln Hochehrwürdige“, sagte er. „Aber wenn wir jetzt die Hafentore schließen, wird unsere Handelsflotte nicht mehr ausfahren können. Also lasst uns nichts überstürzen, sondern abwarten. Wenn es wirklich so kommt, wie ihr sagt, sind die Tore schnell geschlossen.“
„Auch lassen sich die Deiche nicht so einfach erhöhen“, sprach des Königs älteste Tochter, Prinzessin Irmengarda. „Wo sollten wir den Sand hernehmen und die Arbeitskräfte? Gerade wird jede Hand auf den Feldern gebraucht, um zu pflügen, zu eggen und um die Saat auszbringen!“
„Es wird keine Ernte geben, wenn Ihr nicht handelt“, prophezeite die Oberste Seherin düster. „Das Meer wird sich das Land holen, bis allein der Felsen übrig ist, auf dem dieses Schloss erbaut wurde.“
„Nun übertreibt Ihr aber!“, protestierte Prinz Lodegar, der den Beinamen „der Fromme“ trug. „Der Herr der Meere und die Herrin der Winde sind uns wohlgesonnen, seit wir ihre Namen in Ehren halten und alle Opfer zu den vorgeschriebenen Zeiten erbringen. Nie würden sie uns schaden!“
Der König wiegte sein Haupt und strich sich über seinen Bart. Er wollte weder die Warnung der Obersten Seherin in den Wind schlagen, noch seinen Kindern widersprechen, deren Einwände ihm ebenfalls begründet erschienen.
„Was ziehst du für ein ernstes Gesicht, lieber Vater?“, erklang da die liebliche Stimme von Prinzessin Leontine, seiner jüngsten Tochter. „Dazu noch an einem so schönen Tag wie heute. Stell’ dir vor: Als ich eben in den Hof treten wollte, geriet ich ins Stolpern und noch während ich mich zu fangen versuchte, klatschte neben mir ein Vogelsch…“ Sie schlug sich mit der Hand auf den Mund, als wolle sie das unfeine Wort zurückdrängen. Dann aber fuhr sie lachend fort: „Man sagt, es bringe Glück, nicht wahr? Aber ich finde, dass ich schon Glück hatte, von dem Batzen nicht getroffen worden zu sein. Meinst du nicht auch? Mein Kleid wäre verdorben gewesen und damit auch der ganze Tag!“ Sie ergriff die altersfleckige Hand des Königs und küsste sie. „Und da mein Tag gerettet ist, ist es deiner auch. Egal, was auch immer diese hässliche alte Krähe dort sagt! Mit deiner Erlaubnis werde ich sie herausbefördern.“ Und ehe der alte König etwas sagen konnte, hatte sich die Prinzessin schon der Obersten Seherin zugewandt. „Schusch!“, machte sie und wedelte mit den Armen. „Mach, dass du wegkommst!“
Nun liebte der König unter all‘ seinen Kindern ausgerechnet seine jüngste Tochter am meisten, auch wenn er diese Zuneigung nicht einmal sich selber eingestand. Sie mochte im Kopf nicht die Hellste sein, aber sie hatte so ein sonniges Gemüt, dass er ihre Unarten oft und gern verzieh. Doch dieses Mal ging ihr Verhalten zu weit, deshalb tadelte er sie scharf und befahl ihr, sich bei der Obersten Seherin zu entschuldigen. Nachdem das geschehen war, ergriff er selber das Wort und bedankte sich bei der Obersten Seherin für ihre frühzeitige Warnung. „Ihr sollt wissen, dass ich dies sehr ernst nehme. Wenn eintrifft, was Ihr sagt, stehen wahrlich schlimme Zeiten bevor! Jedoch kann kein König es sich leisten, nur auf eine Meinung zu hören“, fuhr er fort. „Ihr selber habt gehört, was meine Kinder vorzubringen hatten. Und wenn ich Eure Warnung gegen ihre Einwände abwäge, ist festzustellen, dass es nur eine Stimme für das Schließen der Tore und das Erhöhen der Deiche gibt, hingegen aber vier dagegen.“
„Die kommende Flut sind Mehrheiten egal“, entgegnete die Seherin. „Wenn Euch euer Volk und Euer Land am Herzen liegt, müsst ihr jetzt handeln!“
Doch nichts vermochte, den König umzustimmen. „Ihr habt Eure Pflicht getan und mir Eure Bedenken vorgetragen. Aber es ist an mir zu entscheiden, wie ich mit solchen Warnungen umgehe, Hochehrwürdige.“ Ein harter Ton schlich sich in seine eben noch sanfte Stimme. „Und meine Entscheidung steht fest. Ihr könnt gehen.“

Sieben Wochen später, als schon niemand mehr an die Prophezeiung dachte, stieg die Flut. Drei Tage rollte sie gegen die Deiche und brandete gegen die hastig geschlossenen Hafentore. Als sich das Wasser endlich zurückzog, hatte das Meer ein Viertel des Landes verschlungen.
Nun war die Bestürzung groß. Noch größer aber wurde sie, als die Oberste Seherin erneut vor den Thron trat und sagte, dies sei nicht die eigentliche Katastrophe gewesen. „Ihr müsst die Deiche erhöhen lassen, Majestät!“, mahnte sie eindringlich.
„Wozu den Aufwand?“, widersprach Prinz Beilfried. „Wegen ein bisschen Küste? Was ist denn schon passiert, außer dass paar Steine ins Meer gestürzt sind? So etwas ist in der Vergangenheit passiert und es wird wieder geschehen. Kein Grund, sich deshalb Sorgen zu machen!“
„Das Meer wird sich noch weit höher erheben“, prophezeite die Seherin. „Glaubt mir Majestät: Ihr müsst die Deiche erhöhen. Eure Hafentore sind stark, sie werden widerstehen. Aber das alles nützt nichts, wenn Eure Deiche zu schwach sind. Daher dürft nicht untätig bleiben, sonst wird sich das Meer Euer Land holen, bis nur noch der Felsen übrig bleibt, auf dem Euer Schloss erbaut ist.“
„Deiche lassen sich nicht so einfach erhöhen“, erklärte Prinzessin Irmengarda. „Ich dachte, diesen Punkt hätten wir bereits geklärt! Außerdem haben unsere Deiche bisher immer gehalten – selbst beim großen Sturm vor 100 Jahren. Es gibt wirklich gar keinen Grund, daran zu zweifeln, dass sie auch dieses Mal widerstehen werden.“
Der König wiegte sein Haupt und strich über seinen Bart. Die Worte der Obersten Seherin hatten ihn beunruhigt. Aber sie ging zu weit, ihn so zu bedrängen! Sie hätte ihm die Entscheidung überlassen sollen, was zu tun sei. Alles andere untergrub seine Autorität. Wenn er tat, was sie empfahl, würde es in den Augen seiner Kinder und des Volkes wirken, als hätten ihre Worte ihm Angst eingejagt. Das war nicht falsch, aber als Regent durfte er diese auf keinen Fall zeigen. Er musste die gleiche Gelassenheit und Ruhe ausstrahlen, wie Prinzessin Irmengarda und gleichzeitig entschlossen und tatkräftig wirken. Was also tun?
Noch während er nachdachte, betrat Prinzessin Leontine den Raum. Sie war in Begleitung eines hochgewachsenen, schlanken Mannes, dessen rollender Gang ihn als Seemann auswies. „Das, Papa, ist Kapitän Pequod. Ich habe ihn auf dem Ball neulich kennengelernt und als ich sah, dass die alte Krähe“, sie streckte der Obersten Seherin die Zunge heraus, „wieder da ist, habe ich beschlossen, ihn mitzubringen. Er kann dir sagen, wie es auf dem Meer wirklich aussieht!“
Der Kapitän verbeugte sich schneidig, bevor er zu erzählen begann. Er befehlige einen großen Frachter, der auf der Südroute eingesetzt sei. Den Sturm habe man aufziehen sehen, aber trotz anfänglicher Besorgnis sehr gut überstanden. „Das Wesentliche ist jedoch, dass diese Überschwemmung etwas Einmaliges war“, versicherte er. „Das Meer ist wieder vollkommen friedlich. Es wird keine Fluten wie diese mehr geben.“
Seine Worte erfüllten den König mit großer Erleichterung, auch wenn eine leise Stimme ihm zuflüsterte, dass eine Zufallsbekanntschaft einer seiner Töchter vielleicht nicht der beste Gewährsmann wäre und es daher besser sei, auf die Warnungen und Ratschläge der Obersten Seherin zu hören. Um diese lästige Stimme zum Verstummen zu bringen, aber auch, um allen zu zeigen, dass immer noch er es war, der die Entscheidungen traf, ordnete der König an, dass dennoch Maßnahmen zur Vorsorge getroffen werden sollten. „Die Geschichte lehrt uns, dass es immer wieder zu Fluten kommt“, sprach er gravitätisch. „Daher wäre es fahrlässig uns nicht zu wappnen, wenn wir schon gewarnt werden.“ Andererseits bestehe kein Anlass, die Dinge zu überstürzen, fuhr er fort. Unmittelbare Gefahr drohe nicht, darauf hätten sowohl der Kapitän als auch Prinzessin Irmengarda hingewiesen. Er habe daher beschlossen, eine Kommission einzuberufen. „Sie wird eine Untersuchung der Deiche einleiten und danach entscheiden, in welchem Maße eine Verstärkung notwendig ist und Empfehlungen erarbeiten, in welcher Reihenfolge sie vorgenommen werden sollte.“ So bald die Ergebnisse vorlägen, werde man darüber beraten, welche Mittel dafür bereitgestellt werden müssten, um dann unter Abwägung der anfallenden Kosten zu einer endgültigen Entscheidung zu gelangen.
„Das ist zu spät“, rief die Oberste Seherin. „Viel zu spät! Euch mag das Meer ruhig erscheinen, Majestät, aber ich sage Euch: Die Flut kommt!“

Doch wie schon beim ersten Mal, hörte auch jetzt keiner auf sie. Daher war niemand vorbereitet, als das Meer wieder stieg.
„Noch könnt Ihr etwas unternehmen, Majestät!“, drängte die Seherin. „Lasst Eure Bauern Erde in Säcke füllen und auf die Deichkronen legen. Das wird uns Zeit verschaffen, Mensch und Vieh von der Küste auf die Hügel im Süden zu bringen.“
„Wo kommen wir hin, wenn wir wahllos Löcher graben lassen!“, rief Prinz Beilfried. „Am Ende fällt noch jemand hinein und verletzt sich.“
Auch Prinzessin Irmengarda zeigte sich entsetzt. „Wir können die Menschen nicht einfach von der Küste wegbringen“, erklärte sie. „Sie werden hier gebraucht. Wer soll sich dann um die Felder kümmern? Zudem steht die Schafschur bevor. Wir können es uns nicht leisten, eins davon zu vernachlässigen! Wie soll das Königreich prosperieren, wenn wir keine Wolle für den Handel und kein das Getreide als Nahrung haben?“
Die Oberste Seherin wollte einwenden, dass es kein Königreich mehr geben werde, wenn nicht unverzüglich Maßnahmen getroffen würden, wurde aber sofort von Kapitän Pequot unterbrochen, der darauf hinwies, dass das Meer immer wieder mal steige. „Das nennt sich Tidenhub, Verehrteste!“
Sie sei mit dem Wechsel der Gezeiten vertraut, besten Dank auch, wollte die Oberste Seherin erwidern, wurde jedoch von einer Handbewegung des Königs zum Schweigen gebracht. „Wir sollten uns nicht aus Furcht zu überstürztem Handeln hinreißen lassen“, sagte er. „Die Kommission tut ihre Arbeit. Sie wird zu gegebener Zeit ihre Ergebnisse vorstellen. Bis dahin sind wir alle sicher.“
Damit beendete er die Audienz, denn er war der vielen Stimmen müde. Trotzdem stand er an diesem Tag lange an seinem Ausguck auf dem Nordturm. Das Meer glitzerte blau und silbern zu seinen Füßen. Die Sonne hüllte ihn in wohlige Wärme. Alles war gut. Er hatte entschieden. Sein Herz füllte sich mit Ruhe.
Doch in der Nacht kam erneut Sturm auf. Das aufgewühlte Wasser stieg und hörte nicht auf zu steigen. Drei Tage brandete das Meer gegen die Deiche und schwappte über die Kronen. Am vierten Tag brach es durch. Schlammfluten überrollten die Felder und die panisch gen Süden fliehenden Menschen. Sieben Tage dauerte der Sturm. Als er sich endlich legte, gab es keine Deiche mehr und das Königreich war um ein weiteres Drittel kleiner geworden. Nur die Hauptstadt hatte die Überschwemmung weitgehend unbeschadet überstanden, weil der Hafenmeister vorsorglich die Hafentore geschlossen hatte.

Das Entsetzen im Königreich war groß. Der König rang verzweifelt die Hände, während Prinz Lodegar im Thronsaal auf und ab stolzierte und laut ausrief, das alles sei eine Strafe der Götter dafür, dass man dem Herrn des Meeres und der Göttin des Windes nicht ausreichend gehuldigt habe. „Ein kleines Opfer – wäre das etwa zu viel gewesen? Aber statt sich ihrer Gunst zu versichern, haben wir uns von ihnen abgewandt. Statt uns in ihre Hand zu begeben, haben wir uns abgewandt und wollten Deiche errichten, die sie ausschließen.“ Er stemmte die Hände in die Hüften und blieb vor Prinzessin Irmengard stehen. „Ist es da ein Wunder, dass sie uns dann erst recht ihre Macht spüren lassen?“, fragte er herausfordernd.
„Die Götter sind mir gerade ziemlich egal“, erwiderte sie. „Aber die Wirtschaft! Wie sollen wir noch Handel treiben, nachdem das Meer Land, Vieh und Ernte weggerissen hat?“ Sie seufzte tief. „O Vater, was sollen wir nur tun?“
Der König aber wusste auch keinen Rat.
„Was macht ihr alle für ernste Gesichter“, ertönte da von der Tür her die Stimme der Prinzessin Leontine. „Die Gefahr ist vorbei. Kapitän Pequot hat gesagt, es wird keine weitere Welle mehr kommen! Draußen scheint die Sonne und das Meer glitzert herrlich in der Sonne!“ Sie machte ein paar fröhliche Tanzschritte auf den Thron zu. „Komm mit mir Vater! Und ihr anderen auch! Ihr müsst mit hinauskommen und es selber ansehen, statt hier drinnen Trübsal zu blasen.“

Aber als sich der König erhob, fand er sich der Obersten Seherin gegenüber. Ungehört und ungesehen hatte sie die große Halle betreten; so unbeachtet, dass es schien, als sei sie dem Boden selbst entwachsen. Ihr Haar war wirr. Ihre Augen lagen tief in den Höhlen und ihre Stimme klang rau und brüchig. „Zwei Mal habe ich Euch gewarnt, Majestät!“, sagte sie. „Zwei Mal ist eingetreten, was ich prophezeite. Wollt Ihr dieses Mal auf mich hören? Es ist noch nicht vorbei. Am siebenten Tag von heute an, wird eine weitere Welle kommen und sie wird gewaltiger sein als beide vorher. Daher rate ich Euch: Schickt alles Volk ins Landesinnere auf die Hügel! Lasst sie das Vieh mitnehmen und Boote. Von ihrem Besitz so viel, wie sie tragen können, doch keine Wagen, denn dafür wird der Platz nicht reichen. Die Stärksten und schnellsten aber sollen aus den Häusern und allem, was darin ist Wälle bauen und Wurten aufschütten. So werdet ihr vielleicht nicht euer Land, aber wenigstens das Volk retten und könnt einen Neuanfang wagen, wenn das Wasser gefallen ist.“ Ihre Stimme brach.
Augenblicklich begannen die Prinzen und Prinzessinnen zu reden.
„Was ist das für ein Unsinn?“, verlangte Prinz Beilfried zu wissen. „Boote ins Landesinnere! Wer hat davon schon einmal gehört?“
„Mensch und Vieh auf die Hügel?“, empörte sich Prinzessin Irmengarda. „Bei aller Ehrbietung Hochehrwürdige, aber das ist ausgeschlossen! Sie werden auch das letzte bisschen Saat zertrampeln.“
„Und wofür? Das ist doch alles Panikmache!“, erklärte Prinzessin Leontine. „Kapitän Peyquot hat genau dargelegt, dass das Meer nicht mehr steigen wird!“
Prinz Lodegar nickte eifrig. „Genau so sehe ich es auch und dafür sollten wir dem Herr des Meeres und der Herrin der Winde Dankbarkeit zeigen. Da trifft es sich gut, dass in genau sieben Tagen das Opferfest ist. Statt das Volk in die Hügel zu bringen, wo es nur alles zerstört, sollten wir dazu aufrufen, an diesem Tag besonders zahlreich an den Strand zu gehen. Nichts verbindet mehr als die Riten. Nichts entschädigt mehr für die Verluste und nichts wird die Götter mehr besänftigen als diese Bestätigung unseres tiefen Glaubens und unserer Verehrung.“
„So schließt wenigstens die Hafentore“, sagte die Oberste Seherin matt. „Vielleicht rettet Ihr dann mit etwas Glück wenigstens noch die Hauptstadt.“
„Die Hafentore schließen?“, schrie Prinzessin Irmengarda entsetzt. „Die Läger sind voll und der Handel ist das Einzige, was uns in unserer Lage noch bleibt.“
„Keinesfalls können wir die Tore schließen“, bestätigte Prinzessin Leontine. „Kapitän Pequot hat heute Morgen Segel gesetzt und wird in sieben Tagen zurückkehren. Auf keinen Fall lasse ich zu, dass er auf dem offenen Meer Anker werfen muss!“
„Ich kann euch nur sagen, was ich gesehen habe“, erwiderte die Oberste Seherin. „Es bleibt Euch überlassen, daraus Schlüsse für Euer Handeln zu ziehen, doch wahrlich, ich sage Euch: Wenn ihr so handelt, wie beabsichtigt, wird von Euch allen nichts bleiben als blanke Knochen. Euer Schloss wird noch eine Weile über dem Meer aufragen. Doch mit der Zeit wird es ebenso zerfallen wie Euer Reich und seine bröckelnden Mauern werden nur noch den Möwen als Wohnsitz dienen. Ihre Schreie werden zwischen den Mauern hallen wie die Schreie derer, die durch Euer Zaudern ertrunken sind.“ Sie warf sich die Kapuze über und schlurfte aus dem Saal.
„Und wenn wir die Tore nur ein Stück weit schließen?“, rief der König ihr nach. „Und fleißig messen?“
Doch er erhielt keine Antwort.

Nachdem die Oberste Seherin den Saal verlassen hatte, begab sie sich zum Hafen, wo sie ein Boot bestieg, das sie in ein fernes Land brachte, in dem sie noch viele Jahre glücklich lebte.
Dem König und seinen Kindern aber war weniger Glück beschieden. Sieben Tage nach Abreise der Obersten Seherin brach die Flut nachts donnernd über das Land herein. Eine Weile hörte man oben im Schloss noch die Schreie der ertrinkenden Menschen und das Brüllen des Viehs. Als sie verstummten, füllten nur das Brausen des Windes und das Tosen der Wogen die Dunkelheit.
Dann folgte Stille. Schwer wie ein bleiernes Tuch lag sie über dem Schloss. Sie erstickte das Schluchzen der Bewohner, die einige Tage, wie hohläugige Geister durch die Räume irrten, bis sie sich, von Durst und Hunger entkräftet, hinlegten, um nie wieder aufzustehen.

So erfüllte sich die Weissagung der Seherin. Noch heute steht das Schloss oben auf dem Felsen, hoch über dem Meer. Es ist schwer zu erkennen, denn seine Mauern sind längst zerfallen. Nur Wind und Möwen hausen dort – aber die Fischer, die sich wieder in diese Gegend wagen, schwören, gelegentlich die Geister der Ertrunkenen schreien zu hören.

Klippen im Meer
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Ruhm ist nicht genug,

Heute ist mal wieder einer dieser Tage, an denen ich mich frage, warum ich mir das eigentlich antue. Zu Schreiben, meine ich.

Als ich anfing, hätte ich die Antwort problemlos geben können: Natürlich wollte ich davon leben. So wie andere davon leben, Brötchen oder Klamotten zu verkaufen, Zähne zu richten oder Kindern etwas beizubringen, wollte ich von Buchstaben leben. Genau genommen, träume ich immer noch davon. Aber wenn man sich die Zahlen anguckt …


2010 verdienten die bei der Künstlersozialkasse versicherten Schriftsteller:innen durchschnittlich 13.588 Euro. Im Jahr. Auf einen Monat gerechnet sind das 1.132 Euro.* Brutto. Dabei wäre es schon netto nicht viel. Dazu kommt, dass sich in der Künstlersozialkasse die „Besserverdienenden“ sammeln. Unterhalb einer bestimmten Einkommensgrenze kommt man nämlich gar nicht rein. Es darf also davon ausgegangen werden, dass das tatsächliche Durchschnittseinkommen der Schreibenden noch geringer ist.

Finanziell lohnt sich das Schreiben absolut nicht.

„Aber du schreibst doch nicht nur für …“
„Man darf doch nicht alles unter monetären Aspekten …“
„Geld ist nicht alles. Mir ist wichtiger, gelesen zu werden!“

Gerade den letzten Satz unterschreibe ich sofort. Mir ist wichtiger gelesen zu werden, als den großen Reibach zu machen. Mir liegt nichts am Jet-Set. Ich brauche keine Champagnerempfänge, keine Yacht und schon gar keine Bäder in Eselmilch. Aber Miete, Renten- und Krankenversicherung zahlen zu können und trotzdem Geld für Klamotten und für einen gelegentlichen Besuch in Schwimmbad, Museum oder Kino zu haben, wäre schon schick.

Dabei ist es auch egal, ob mir das Schreiben Spaß macht. Was wäre das auch für eine Bemessungsart? „An diesem Buch habe ich endlos gesessen – es hat wirklich gar keinen Spaß gemacht“, wäre damit ein Argument viel Geld dafür zu bezahlen, während „diese Geschichte! Ich habe so viel Freude damit gehabt. Die Worte sind mir nur so aus der Feder geflossen“, gratis zu haben sein müsste? Was für ein hanebüchener Unsinn! Auch Gehalt wird schließlich nicht als Schmerzensgeld bezahlt (auch wenn das bei manchen Jobs durchaus angebracht wäre, aber das ist wieder ein anderes Thema).

„Aber das kann man doch nicht vergleichen!“

Das kann man sehr wohl. Schreiben ist Arbeit. Genaugenommen ist es sogar die Art von Arbeit, die üblicherweise gut bezahlt wird, weil sie neben Kreativität und Wissen viel Planung und Ausdauer verlangt. Ein Buch schreibt sich nicht mal eben. Es fertig zu stellen, ist ein langer, fordernder und oft einsamer Prozess. Auch wenn Schreibende untereinander oft sehr kommunikativ sind, ist man beim Schreiben allein mit sich und seinen Gedanken. Nicht nur Stunden oder Tage, sondern oft Jahre. Das lässt sich durchhalten, weil die Arbeit Spaß macht. Manchmal. Manchmal ist es auch die Konfrontation mit eigenen und fremden Abgründen, mit Abscheulichkeiten und Ängsten. Aber das gehört dazu. Außerdem haben wir uns das ja ausgesucht.

Trotzdem bleibt am Ende oft nur Erschöpfung und die Hoffnung, dass dieses Buch, in das wir so viel investiert haben, gekauft, gemocht und weiterempfohlen wird, weil wir alleine von Spaß, Ruhm und Ehre oder was auch immer Schreiben sonst noch bedeutet, nämlich weder unsere Miete, noch Klamotten oder Essen bezahlen können. Und weil es so lange dauert, ein Buch zu schreiben, müssen die Erträge, die dieses eine Buch bringt, uns so weit tragen, dass wir das nächste schreiben und herausbringen können.

Aktuell tut es das nicht. Der Buchmarkt ist kaputt. Die Ursachen davon sind vielfältig. Da sind die Selfpublisher:innen, die ihre Werke zu „Kampfpreisen“ auf den Markt schmeißen, in der vagen Hoffnung, dadurch sichtbarer zu werden, die aber nur das Bild zementieren, dass Bücher, zumal selbst publizierte nichts wert sind. Es sind die Verlage, die Bücherproduktion und -vertrieb vor allem unter Kostenaspekten beurteilen und den Kostendruck an das schwächste Glied der Kette weitergeben: Die Autor:innen. Es sind die Autor:innen, die seufzend akzeptieren, dass man mit Romanen immer weniger und mit kürzeren Formaten sowieso überhaupt gar nichts verdient. Es sind die selbst ums Überleben kämpfenden Buchhandlungen, die zwar mantraartig beklagen, wie schlimm das Aussterben der „kleinen inhabergeführten Buchhandlung“ wäre, aber oft auch bloß Bestseller im Angebot haben und weder der Kundschaft noch den Autor:innen irgendeinen Vorteil bieten. Es sind die Portale, die legalen, wie die illegalen auf denen man Bücher als Print- oder E-Book nahezu zum Nullpreis bekommt, die Leseflatlines, von denen alle profitieren – bis auf die Autor:innen. Es sind nicht zuletzt auch Leser:innen, die Bücher nach dem optimalen Verhältnis von Preis und Gewicht aussuchen.

Ich will nicht jammern. Aber falls du bis hier gekommen bist, bitte ich dich, dir eins klar zu machen: Wir Autor:innen sind nicht nur ein nice to have. Unsere Geschichten sind die Basis fast jeder Form von Unterhaltung die du nutzt. Sie kommen nicht nur als Bücher daher, sondern stecken in jedem Computerspiel, jeder Netflix- oder Amazon-prime-Produktionm und jedem Film. Wir schreiben die Songtexte, Theaterstücke und Drehbücher. Und überall sind wir das schwächste Glied. Das, an dem am Meisten gespart wird. Aber wie heißt es so schön: Jede Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Unsere, d. h. auch deine Welt wäre ärmer, wenn dieses schwächste Glied irgendwann wegbricht.
Vielleicht kannst du einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass es nicht so weit kommt.


* Die Zahl ist zwar von 2010, aber leider hat sich in den letzten 10 Jahren daran auch nichts geändert.

Gesund bleiben im Herbst

Im IndieBuchtober, der Challenge rund um Bücher, die in unabhängigen Kleinverlagen erschienen sind oder im Selfpublishing herausgegeben wurden, steht heute das Thema Buch und Schal auf der Agenda und mir fällt überhaupt nichts ein. Bei Buch und Ärmeldecke, sähe es anders aus, denn heute ist einer dieser hässlich grauen, regnerischen Herbsttage, die sich am besten vom Sofa aus überstehen lassen.

Sich in die Ärmeldecke zu wickeln und in einem Buch zu versinken, hat was. Am Schönsten ist es natürlich, wenn man dann noch etwas heißes zu Trinken und etwas zu Knabbern in der Nähe stehen hat. Ein richtiger, kleiner Kurzurlaub. Wohltuend für den Körper und die Seele. Gleichzeitig ist es aber ein Luxus, den man sich erst mal leisten können muss. Immerhin ist heute ein ganz normaler Arbeitstag und selbst wenn man das Glück hat, Home-Office zu machen, bleibt das Sofa tabu.

Das könnte ich jetzt als Überleitung zum Schal nutzen. Allerdings ist das Wetter auch viel zu warm für Schals, jedenfalls für die dicken, wolligen, die sich auf Bildern immer so gut machen. Aber das Must-have der Saison ist sowieso nicht der Schal, sondern der MNS. Der Mund-Nasen-Schutz, die Alltagsmaske oder, wie sie im Norden heißt: der Snutenpulli. Ich habe inzwischen mehrere davon genäht, schließlich müssen die nach dem Tragen in die Wäsche, vor allem aber will ich nicht immer gleich rumlaufen.

Das auf dem Bild ist meine aktuelle Lieblingsmaske. Ich finde, dass das Motiv hervorragend zur aktuellen Situation passt, auch wenn Pestdoktoren in dieser Form vermutlich nur eine Legende sind.

Den Reader habe ich sowieso immer dabei, denn ich lese meistens mehrere Bücher parallel und so kann ich auch unterwegs spontan entscheiden, auf welches davon ich gerade Lust habe.

In dem Sinne: Pass auf dich auf und bleib gesund!


Alle Aufgaben der IndieBuchtober Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbisgemetzel
03.10.Supernatural18.10.Gesucht wird ein Herbstkrimi
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstlich-schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Geisterstunde
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Laub und Lob für die Walküre
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orange
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten)

Laub und Lob für die Walküre

Heute ist so ein typischer Herbsttag mit Wetter, das sich nicht entscheiden kann, ob es nun stürmen, regnen oder doch lieber Sommer spielen will. Aber das Laub leuchte schön im Schein der Sonnenstrahlen, die immer wieder durch die tief fliegenden Wolken brechen und weil immer noch IndieBuchtober ist und die Tagesaufgabe irgendwas mit Buch und Laub ist, habe ich ein paar Blätter mitgebracht und um ein Buch dekoriert, das reichlich wenig mit Herbst zu tun hat.

Valkyrie – Zurück ins Jetzt spielt im Winter. Einem richtigen Winter, mit Eis und Schnee, was ziemlich ärgerlich für die Protagonistin ist. Die ist nämlich ziemlich verfroren, was für Walküren eher ungewöhnlich ist. Aber Frida ist nicht nur eine Frostbeule, sondern hatte auch noch das Pech, bei ihrem letzten Auftrag aus der Zeitlinie gerissen zu werden. Dass dabei auch ihre gesamte Ausrüstung verloren ging, spielt fast schon keine Rolle mehr.

Wo einst Walküren, Trolle und sagenhafte Wesen wandelten, erhebt sich nun die Skyline Stockholms in den Himmel. Menschen bevölkern die Straßen, gehen ihrer Wege und bewältigen ihren Alltag. Doch in den Eingeweiden der Stadt rumort etwas. Eine Walküre namens Frida arbeitet am Ticketschalter einer U-Bahn-Station, ein Drachenboot ankert in der Nähe der Altstadt und eine eigentlich tote, aber sehr aktive Wissenschaftlerin im Kleinformat versucht herauszufinden, wohin das geheimnisvolle Asgard der Götter verschwunden ist. Was mag geschehen, wenn Sagenwesen aufeinandertreffen, Monster sich aus der Finsternis erheben und über allem der Hauch alter Mythen schwebt?

(Klappentext)

Ehrlich gesagt, hat mich dieser Klappentext überhaupt nicht angesprochen. Das Buch habe ich nur deshalb gekauft, weil ich Tina Skupin schon begegnet bin und sie ausgesprochen nett und witzig fand. Zum Glück habe ich das getan, denn das Buch ist wie seine Autorin und dazu noch spannend. Immer, wenn man denkt, jetzt sei ein Thema ausgereizt, schafft Tina Skupin es, noch eine Schippe draufzulegen und dem ganzen eine völlig neue Wendung zu geben. Gut, die Sache mit Loki war in Teilen ein bisschen vorhersehbar. Aber das macht überhaupt nichts, denn mal seine Mutmaßungen bestätigt zu sehen, ist zur Abwechslung auch ganz hübsch.

Valkyrie – Zurück ins Jetzt ist im Verlag OHNEOHREN erschienen und wenn du gerade überlegst, für den Winter Bücher zu hamstern, kann ich es absolut empfehlen.


Alle Aufgaben der IndieBuchtober Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbisgemetzel
03.10.Supernatural18.10.Gesucht wird ein Herbstkrimi
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstlich-schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Geisterstunde
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orange
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten.)

Geisterstunde

Wir nähern uns Halloween, Allerseelen und Samhain; der Zeit, in der die Grenzen zwischen der Welt der Toten und der der Lebenden dünn werden. Passend dazu ist die Tagesaufgabe des IndieBuchtobers: ein Buch mit Geistern.

Da in meinen Büchern immer mal wieder Geister auftauchen, nutze ich die Gelegenheit selbst ein bisschen Werbung zu machen. Meine „Lieblingsgeister“ sind Seraina, Hulda und Pirmin, deren Geschichte in Der Fluch des Spielmanns erzählt wird. Der Erzähler ist ein „Kollege“; der einzige Überlebende einer Truppe fahrender Spielleute.

Buchcover: Der Fluch des Spielmanns

Wer sind die drei Geister, die Corvin nachts heimsuchen und ihn sogar bis in die Hütte von Vater Gion verfolgen?
Seine Beichte offenbart eine tragische Liebesgeschichte. Aber natürlich sind die Dinge noch weit komplizierter.

Der dritte Band des Codex Aureus entführt ins frühe Mittelalter, in eine Zeit, in der der Hexenglaube höchst lebendig war und ein unbedachtes Wort tödliche Folgen haben konnte.

(Klappentext)

Der Erzählung liegt so etwas wie eine wahre Geschichte zugrunde: Vor einigen Jahren wurde an einer abgeschiedenen Stelle der Schweizer Alpen ein Grab gefunden, in dem drei Skelette lagen. Oder besser gesagt: Die Überreste von drei Skeletten, denn im Grunde handelte es sich nur noch um die großen Knochen. Archäologen stellten fest, dass sie im frühen Mittelalter bestattet worden waren. Allerdings entsprach die Bestattung in keiner Weise den damals üblichen Begräbnissitten. Außerdem wiesen alle drei Skelette erhebliche Verletzungen auf, wie sie eigentlich nur aus kriegerischen Auseinandersetzungen bekannt sind. Aber ein Krieg in dieser Gegend? Außerdem gehörten zwei der Skelette Frauen. Kurz gesagt: Das Ganze war ein Rätsel. Nichts passte zusammen.

Ich habe versucht, aus den Teilen ein stimmiges Bild zu machen. Ob das gelungen ist, müssen andere entscheiden.


01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbisgemetzel
03.10.Supernatural18.10.Gesucht wird ein Herbstkrimi
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstlich-schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Geisterstunde
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orange
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten.)

Herbstlich-Schaurige Lyrik

Obwohl der IndieBuchtober, die Oktober-Challenge rund um Indie-Bücher immer noch läuft, gibt es hier auch heute keine Buchvorstellung. Ich will aber auch nicht schon wieder nach Empfehlungen fragen. Deshalb wollte ich eigentlich ein passendes Gedicht schreiben.

Aber es ist Corona. Mein Mann macht Home-Office, was bedeutet, dass er mir fast im Wortsinn im Nacken sitzt, weil sein Schreibtisch hinter meinem steht. Außerdem ist er laut. Wenn er nicht gerade in einer Telefonkonferenz sitzt, hält er Selbstgespräche, in denen er das Internet kommentiert, seufzt, hustet, pfeift – und ist ungehalten, wenn ich ihn bitte, das zu unterlassen. Schließlich hat er gar nichts getan. Wenn er nichts zu tun findet und sich langweilt, fängt Unterhaltungen mit mir an.

Ich mag meinen Mann. Sonst wäre das hier vermutlich der Beginn der Chronik eines nicht geplanten Mordes. Aber ich finde es schwierig, unter diesen Bedingungen zu arbeiten. Es ist schon schwer, gute Prosa zu schreiben. Noch schwerer ist es, sich auf gute Prosa zu konzentrieren, wenn die eigenen Gedanken ständig unterbrochen werden. Unter diesen Bedingungen auch noch einen passenden Reim zu finden, ist nahezu unmöglich.

Daher sitze ich immer noch ohne Gedicht da, dafür aber ein fettes Plotbunny auf dem Schoß. Es handelt von ein paar Studenten, die im Suff auf die glorreiche Idee kommen, eine Geisterbeschwörung durchzuführen. In der Nacht von Samhain. Was, wie sie bald erkennen müssen, keine gute Idee war. Das Wesen, das sie auf die andere Seite zerren ist erstens not amused, zweitens sehr hungrig und drittens wenig geneigt, sich wieder zurückschicken zu lassen.
Das klingt nach einer Idee, die ich mir näher ansehen sollte, wenn ich mit dem Werwolfwestern durch bin. Aber bis dahin … Bis dahin geht das Plotbunny zu den anderen, wo es entweder gefressen wird, in Vergessenheit gerät oder weiter Speck ansetzt, um irgendwann in einer Geschichte zu enden.

Das war jetzt sehr prosaisch. Dabei sollte es heute doch lyrisch werden. Nun.

Wenn ich nicht selber dichten kann, hole ich mir Hilfe von einem Klassiker. Die Füße im Feuer von Conrad Ferdinand Meyer bringt mich sehr zuverlässig erst zum Erschaudern und dann zum Heulen.

Ich finde es großartig, wie er erst mit ein paar simplen Worten Bilder von ungeheurer Grausamkeit beschwört, um dann mit einem Akt fast übermenschlicher Selbstüberwindung zu enden. Auch vom Setting her passt es sehr gut in den Herbst. Der Pflug, der die Schollen aufbricht, könnte auch die Stoppeln des abgeernteten Getreides unterpflügen. Das Bild würde thematisch passen.

Die Füße im Feuer
Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm
Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Ross
Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust
Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest.
Ein schmales Gitterfenster schimmert goldenhell
Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann …“

Ich bin ein Knecht des Königs, als Kurier geschickt
Nach Nîmes. Herbergt mich! Ihr kennt des Königs Rock!“
„Es stürmt. Mein Gast bist du. Dein Kleid, was kümmerts mich?
Tritt ein und wärme dich! Ich sorge für dein Tier!“
Der Reiter tritt in einen dunkeln Ahnensaal,
Von eines weiten Herdes Feuer schwach erhellt,
Und je nach seines Flackerns launenhaftem Licht
Droht hier ein Hugenott im Harnisch, dort ein Weib,
Ein stolzes Edelweib aus braunem Ahnenbild …
Der Reiter wirft sich in den Sessel vor dem Herd
Und starrt in den lebendgen Brand. Er brütet, gafft …
Leis sträubt sich ihm das Haar. Er kennt den Herd, den Saal …
Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut.

Den Abendtisch bestellt die greise Schaffnerin
Mit Linnen blendend weiss. Das Edelmägdlein hilft.
Ein Knabe trug den Krug mit Wein. Der Kinder Blick
Hangt schreckensstarr am Gast und hangt am Herd entsetzt …
Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut.

„Verdammt! Dasselbe Wappen! Dieser selbe Saal!
Drei Jahre sinds … Auf einer Hugenottenjagd …
Ein fein, halsstarrig Weib … ‚Wo steckt der Junker? Sprich!‘
Sie schweigt. ‚Bekenn!‘ Sie schweigt. ‚Gib ihn heraus.‘ Sie schweigt.
Ich werde wild. Der Stolz! Ich zerre das Geschöpf …
Die nackten Füße pack ich ihr und strecke sie
Tief mitten in die Glut … ‚Gib ihn heraus!‘ … Sie schweigt …
Sie windet sich … Sahst du das Wappen nicht am Tor?
Wer hiess dich hier zu Gaste gehen, dummer Narr?
Hat er nur einen Tropfen Bluts, erwürgt er dich.“ –
Eintritt der Edelmann. „Du träumst! Zu Tische, Gast …“

Da sitzen sie. Die drei in ihrer schwarzen Tracht
Und er. Doch keins der Kinder spricht das Tischgebet.
Ihn starren sie mit aufgerissnen Augen an –
Den Becher füllt und übergießt er, stürzt den Trunk,
Springt auf: „Herr, gebet jetzt mir meine Lagerstatt!
Müd bin ich wie ein Hund!“ Ein Diener leuchtet ihm,
Doch auf der Schwelle wirft er einen Blick zurück
Und sieht den Knaben flüstern in des Vaters Ohr …
Dem Diener folgt er taumelnd in das Turmgemach.

Fest riegelt er die Tür. Er prüft Pistol und Schwert.
Gell pfeift der Sturm. Die Diele bebt. Die Decke stöhnt.
Die Treppe kracht … Dröhnt hier ein Tritt? Schleicht dort ein Schritt? …
Ihn täuscht das Ohr. Vorüberwandelt Mitternacht.
Auf seinen Lidern lastet Blei, und schlummernd sinkt
Er auf das Lager. Draußen plätschert Regenflut.

Er träumt. „Gesteh!“ Sie schweigt. „Gib ihn heraus!“ Sie schweigt.
Er zerrt das Weib. Zwei Füße zucken in der Glut.
Aufsprüht und zischt ein Feuermeer, das ihn verschlingt …
„Erwach! Du solltest längst von hinnen sein! Es tagt!“
Durch die Tapetentür in das Gemach gelangt,
Vor seinem Lager steht des Schlosses Herr – ergraut,
Dem gestern dunkelbraun sich noch gekraust das Haar.

Sie reiten durch den Wald. Kein Lüftchen regt sich heut.
Zersplittert liegen Ästetrümmer quer im Pfad,
Die frühsten Vöglein zwitschern, halb im Traume noch.
Friedselge Wolken schwimmen durch die klare Luft,
Als kehrten Engel heim von einer nächtgen Wacht.
Die dunkeln Schollen atmen kräftgen Erdgeruch,
Die Ebne öffnet sich. Im Felde geht ein Pflug,
Der Reiter lauert aus den Augenwinkeln: „Herr,
Ihr seid ein kluger Mann und voll Besonnenheit
Und wisst, dass ich dem größten König eigen bin.
Lebt wohl! Auf Nimmerwiedersehn!“ Der andre spricht:
„Du sagsts! Dem größten König eigen! Heute ward
Sein Dienst mir schwer … Gemordet hast du teuflisch mir
Mein Weib! Und lebst … Mein ist die Rache, redet Gott.“

Conrad Ferdinand Meyer

Alle Aufgaben der IndieBuchtober Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbisgemetzel
03.10.Supernatural18.10.Gesucht wird ein Herbstkrimi
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orange
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

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Ich brauche noch einmal Hilfe

Im IndieBuchtober, der Challenge rund um Indie-Bücher wird heute das allergruseligste Buch gesucht. Aber wie ich schon in mehreren Beiträgen erzählt habe, kann ich mit Grusel wenig anfangen. Mir gruselt es einfach nicht. Spannung ist etwas anderes. Spannung empfinde ich durchaus, aber Angst vor dem Übernatürlichen? Mir machen die Lebenden Angst, nicht die Toten oder irgendwelche paranormalen Phänomene.*

Nun gehört das Übernatürliche zum Grusel aber nun mal dazu. Deshalb meine Frage an dich: Wovor gruselt es dich? Was ist das allergruseligste Buch das du je gelesen hast? Schön wäre, wenn es aus einem kleinen, unabhängigen Verlag kommen würde oder im Selfpublishing produziert wäre. Aber da ja nur ich an der Challenge teilnehme, ist das kein Muss.

Quelle: DasWortgewand via pixabay

*Wie mir gerade auffällt, stimmt das nicht so ganz. Nachdem ich O Tannenbaum geschrieben und veröffentlicht hatte, wurde mir beim Kauf des Weihnachtsbaums durchaus mulmig. Natürlich wusste ich, dass ich damit garantiert keine rachsüchtige Dryade nach Hause bringe. Schließlich war Velona meine Erfindung. Aber mein Unterbewusstsein war nicht so leicht zu überzeugen.
Egal. Trotz dieser Nachwirkungen ist O Tannenbaum keine Gruselgeschichte.


Alle Aufgaben der IndieBuchtober Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbisgemetzel
03.10.Supernatural18.10.Gesucht wird ein Herbstkrimi
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05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
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08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orage
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14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
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31.10.Lieblingsbuch im Oktober

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Zombie-Apocalypse now!

Wenn der Oktober endet, beginnt die richtig gruselige Jahreszeit, in der die Grenzen zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten dünn wird. Feste wie Halloween, Allerseelen oder Samhain dienen auch dazu, die Geister zu besänftigen, die diese Grenze vielleicht passieren, damit sie nicht zu viel Unheil anrichten.

Aber noch ist es nicht so weit. Deshalb geht es heute noch einmal um die, die nicht so ganz tot sind. Um Untote. Genauer gesagt: um Zombies.

Ich muss gestehen, dass ich der üblichen Spielart dieser Hirnfresser wenig abgewinnen kann. Deshalb meide ich sie üblicherweise, so gut es denn eben geht. Aber der IndieBuchtober, d. h. die Challenge rund um Bücher von Selfpublisher:innen und aus kleinen, unabhängigen Verlagen sieht für heute das Thema „Zombies“ vor. Deshalb stelle ich heute Gefesselt – Der Anfang von Elenor Avelle vor.

Der Ausbruch der Seuche, die die Menschheit vernichtet, ist noch Jahre entfernt, doch schon jetzt werden Entscheidungen getroffen, die in die Katastrophe führen …
Rebecca und ihre Zwillingsschwester sind unzertrennlich – bis Gabriella ein Jobangebot von der Firma Genetics erhält und kurz darauf spurlos verschwindet. Aus sämtlichen Erinnerungen getilgt, glaubt nur noch Rebecca an ihre Existenz. Um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, macht sie sich auf die Suche nach den Verantwortlichen, nicht ahnend, in welche Gefahr sie sich begibt. […]
– und der Ausbruch rückt unaufhaltsam näher.

(Auszug aus dem Klappentext)

Ich habe Gefesselt noch nicht ausgelesen, daher kann ich noch kein abschließendes Urteil abgeben. Aber ich kenne Elenor Avelles Bücher seit Infiziert – Geheime Sehnsucht, das den Auftakt der Reihe „Die verfallene Welt“ bildet und ich mag die Art, wie sie schreibt. Was mir ihre Bücher trotz Zombies sympathisch macht, ist, dass Zombies nur ein Teil einer dystopischen Entwicklung sind – und nicht mal der wichtigste. Dementsprechend liegt der Fokus nicht auf Ekelfaktoren, sondern darauf, wie Menschen mit einer Katastrophe umgehen, bzw. wie sie hineingeraten.


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01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
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11.10.Der Herbst, der Herbst,
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