Madame Mimi Moffat

oder

Ein Schlüsselerlebnis

Wer mir auf Twitter folgt, weiß es schon: Ich bin Wiederholungstäterin. Den Challenges von Clue Writing kann ich nun mal nur sehr schwer widerstehen. Rahel und Sarah schaffen es regelmäßig, meine grauen Zellen so zu triezen, dass am Ende eine Geschichte dabei herausspringt.
Auch diese Lady war mal wieder unwiderstehlich.

mme moffat v. rahel (clue writing)
Credits: Rahel v. Clue Writing

Was dabei herausgekommen ist? Lies selber!


Madame Mimi Moffat

oder: Ein Schlüsselerlebnis

Ich kannte die Moffat, wie man seine Nachbarn eben kennt. Man grüßt, fragt, wie es geht, hat die Antwort aber sofort vergessen. Von der Moffat kannte ich immerhin den Namen.
Sie hinterließ Eindruck. Aber anders, als Sie jetzt vermutlich denken. Hübsch war sie nicht. Jung schon lange nicht mehr. Ihr Kopf ähnelte einem Totenschädel. Die schwarz gefärbten Haare waren oben am Kopf zu zwei komischen Knubbeln aufgedreht. Wann immer ich ihr begegnete, trug sie einen schäbigen Bademantel und darunter das scheinbar immergleiche schwarze Kleid, dessen tiefer Ausschnitt die hervortretenden Schlüsselbeine und den hängenden Busen betonte. Ihre Füße steckten in plüschigen Pantoffeln. Sie hätte die Hauptrolle in jedem Zombiefilm spielen können. Die Kinder nannten sie eine Hexe und rannten kreischend weg, wenn sie sie sahen. Ich ging ihr wenn möglich aus dem Weg.
Bis die Sache mit den Schlüsseln passierte.

Ich wollte nur kurz die Wäsche holen. Als ich gerade aus der Tür war, klingelte das Telefon. Ich rannte zurück, weil ich hoffte, es würde Jo sein. Aber es war dann doch nur irgendein dummes Marketinginstitut. Ich sagte ihnen, wohin sie sich ihren Kram stecken konnten und machte mich wieder auf den Weg in den Keller.
Unten angekommen, tastete ich vergeblich nach den Schlüsseln. Wie konnte das … Mir fiel ein, dass ich sie auf dem Weg zum Telefon auf den Tisch …
Was für eine Scheiße!
Mein Handy hatte ich natürlich auch nicht dabei. Es war Wochenende. Ich trug nur Schlafanzughose und T-Shirt. Draußen heulte der Wind. Ich heulte mit. Seit der Sache mit Jo war mein Leben ein Trümmerhaufen. Und nun das. Es war alles zu viel.

Die Moffat fand mich am Fuß der Kellertür. Ein zähneklappernder Haufen Elend.
Ich habe keine Ahnung, wie sie mich in ihre Wohnung schaffte. Meine nächste Erinnerung ist, dass ich in einem Sessel sitze, eine Katze auf dem Schoß und ein Becher mit etwas Heißem in der Hand.
„Trinken Sie!“
Ich trank. Was auch immer im Becher war, schmeckte süß, würzig und sehr alkoholisch. Ich hustete.
„Cognac“, kommentierte die Stimme der Moffat. „Zum Aufwärmen.“
Langsam nahm der Raum Formen an. Ein Wohnzimmer. Gelbes Sofa, gelbe Vorhänge, gelbe Lampenschirme. Ein gelber Ascher voller Kippen. Mir gegenüber, auf dem Sofa, die Moffat, eine Zigarette im Mundwinkel, die Augen schmal hinter dem Rauch. Sie hielt mir die Packung hin. „Sie auch?“
Ich schüttelte den Kopf. Bei dem ganzen Gelb fehlten nur die Sonnenblumen über dem Sofa. Statt dessen hing dort ein altes Plakat, umgeben von einem Schwarm gerahmter Fotos. Es zeigte eine Frau in dunkler Robe, die sich über eine Glaskugel beugte. Das Bild war diffus und verschwand fast unter verschnörkelten blauen Buchstaben. Madame Mimi Moffat entzifferte ich. Darunter stand noch etwas, aber so klein geschrieben, dass ich es nicht lesen konnte.
„Zirkus?“, fragte ich.
„Varieté“, antwortete sie. „Ich hatte ein gewisses Talent. Es lag wohl in der Familie.“
Ich suchte nach Ähnlichkeiten zwischen der Frau auf dem Plakat und meiner Gastgeberin. Beide waren schwarzhaarig aber die Frisur war eine andere. Die Haare der Frau auf dem Plakat waren länger und wurden durch ein rotes Tuch gebändigt.
„Sind das echt Sie?“
Ein Grinsen breitete sich in ihrem Gesicht aus. „Mais oui! Isch war nischt immär alt und ‚äslisch.“
Wir lachten beide, bis sie unvermittelt aufstand. „Was bin ich für eine Gastgeberin! Es ist fast Abend und Sie haben nichts gegessen.“
Sie ignorierte meinen Protest und verschwand, gefolgt von der Katze. Ich hörte das Klappern von Topfdeckeln. Das ging echt zu weit. Ich brauchte doch nur einen Schlüsseldienst. Ich wollte aufstehen, zu ihr gehen und es ihr sagen, aber es ging nicht. Meine Beine waren wie Wachs. Ich kam einfach nicht hoch.
Die Frau auf dem Plakat lächelte verschlagen.
„Möchten Sie noch etwas trinken?“
Die Moffat stand so unvermittelt neben mir, dass ich erschrak. Ohne eine Antwort abzuwarten, schenkte sie nach und schlurfte davon. Ich trank. Der Tee schmeckte besser als der erste. Der Alkoholgeschmack war fast verschwunden, dafür war eine neue, würzige Note hinzugekommen.

Kurz darauf war die Moffat wieder da. „Sie haben nach meiner Familie gefragt.“
Hatte ich? Ich konnte mich nicht erinnern.
Sie nahm einige Bilder von der Wand und legte sie vor mir auf den Tisch. Ich sah Frauen in langen Röcken und Tüchern im Haar. Männer mit Hüten. Kinder. Hochrädrige Pferdewagen mit runden Dächern. Alle in schwarz-weiß.
„Das war, bevor sie uns festgeschrieben haben.“
„Festgeschrieben?“ Das war nicht die einzige Frage, aber den Begriff hatte ich noch nie gehört.
„Wir durften nicht mehr reisen. Sie haben uns die Pferde weggenommen und verboten, aufzutreten. Dabei waren wir Schausteller.“ Sie steckte sich eine Zigarette an. „Es war schrecklich. Zu viele Menschen, zu viel Zeit, zu viel Hunger und viel zu wenig Platz. Ständig gab es Streit.“
Ich sagte nichts. Was hätte ich auch sagen sollen?
„Meine Eltern beschlossen, mit uns nach Frankreich zu fliehen. Mein Vater hatte dort Familie. Die Flucht erinnere ich kaum. Nur das Gefühl von Kälte und wunden Füßen. Und Angst. Die ist heute noch da. Nachts, wenn alles schläft, dann kriecht sie aus den Ritzen.“ Sie warf mir einen scharfen Blick zu. „Wir schafften es über die Grenze. Aber kaum glaubten wir, sicher zu sein, mussten wir schon wieder fliehen. Und irgendwann gab es keinen Platz mehr, wohin wir fliehen konnten. Sie waren überall, die Faschisten.“
„Wie haben Sie überlebt?“, flüsterte ich heiser.
Wieder einer dieser scharfen Blicke. Als würde sie meine Gedanken lesen.
„Die Résistance. Gute Menschen haben uns versteckt. Aber wir mussten uns trennen. Meine Schwester und ich kamen zu Bauern, die uns als ihre Nichten ausgegeben haben. Meine Eltern …, nun, sie hatten nicht so viel Glück. Als der Krieg vorbei war, waren Marie und ich Waisen und der Großteil der Familie tot.“
Sie drückte die Zigarette aus und sammelte die Bilder ein. „Das Essen müsste gleich fertig sein. Wenn Sie sich vorher frisch machen wollen – das Bad ist links neben der Eingangstür.“

Gehorsam stand ich auf, obwohl meine Beine sich immer noch wie Wachs anfühlten und mir eher schlecht als nach Essen war.

Auf der linken Flurseite gab es zwei Türen. Die zum Badezimmer war die erste. Das entdeckte ich aber erst, nachdem ich die direkt neben der Eingangstür aufgemacht hatte. Dahinter befand sich eine Art Abstellkammer. Aber statt mit Putzmitteln und alten Jacken war der Raum mit Terrarien vollgestellt. In jedem hockten ein bis drei fette, graubraune Haufen, die mich aus dunklen Augen anstarrten. Die Verwunderung war gegenseitig, dauerte aber nur Sekunden. Dann schnarrte einer der Haufen und sprang gegen das Glas. Es gab ein sattes FLOTSCH beim Aufprall. Als sei das ein Signal, klatschten auch die anderen Haufen schnarrend und quakend gegen die Glaswände.
Erschrocken vom Krach und der Wucht des Ausbruchs machte ich einen Schritt zurück und schlug die Tür zu. Mein Herz hämmerte. Was um aller Welt war da eben los gewesen?
Zu meiner Erleichterung befand sich hinter der anderen Tür ein ganz gewöhnliches Bad. Ich wusch mir die Hände mit nach Honig duftender Seife und ging zurück ins Wohnzimmer.

Der Tisch war schon gedeckt. Mittendrauf stand eine große Schüssel. Es duftete verlockend.
Ich blieb im Türrahmen stehen. „Warum haben Sie Frösche in der Abstellkammer?“
„Keine Frösche. Kröten. Aga-Kröten, um genau zu sein“, antwortete die Moffat sachlich. „Setzen Sie sich.“
Sie füllte zwei Teller und schob mir einen hin.
„Aber warum?“
„Warum nicht? Andere Leute züchten Cannabis im Schlafzimmer.“ Sie zwinkerte mir zu. „Wissen Sie, was das an Strom frisst? Allein die Beleuchtung! Kröten sind viel genügsamer.“
Merkwürdiger Vergleich, dachte ich. „Aber Hasch ist ein Rauschmittel …“
„Kröten auch. Wussten Sie das nicht? Manche Menschen lecken sie deshalb ab.“ Die Moffat grinste. Verarschte sie mich?
„Sie lecken an Kröten?“
Wieder dieses Grinsen. „Ich doch nicht, Cherie. Aber essen Sie. Es wird kalt.“
Gehorsam tauchte ich die Gabel in die dunkle Kruste. Darunter kamen weiße Bohnen zum Vorschein, Karotten und etwas, das ich für Hähnchenfleisch hielt. Es schmeckte so gut, wie es roch. Kaum zu glauben, dass man so etwas nebenbei kochen konnte. Und woher hatte sie die Zutaten?
„Ein ganz simpler Eintopf. Alles eine Frage der Organisation“, sagte die Moffat leichthin und schob die Katze beiseite, die aus dem Nichts aufgetaucht war. „Möchten Sie etwas trinken?“
Ich kam nicht dazu, zu antworten, weil sich ein Knochenstück zwischen meinen Zähnen verfangen hatte. Als ich es endlich herausgepult hatte, stand schon ein Glas mit einer bernsteinfarbenen Flüssigkeit neben meinem Teller.
„Enchanté!“ Die Moffat prostete mir zu.
Ich legte das wirklich sehr kleine Knöchelchen auf den Tellerrand und hob mein Glas ebenfalls. „Auf Ihr Wohl – und vielen, vielen Dank!“
Das bernsteinfarbene Zeug war eine Art Likör. Er schmeckte würzig, ein bisschen süß und ein kleines bisschen bitter. Erstaunlicherweise passte es gut zu den Bohnen. „Sehr lecker. Was ist das?“
„Oh, den mache ich selber. Altes Familienrezept.“

Das Familienrezept machte ganz schön benommen. Beim zweiten Glas begann ich, wegzudösen.
„O la la! Das ging schnell.“ Die Stimme der Moffat schien aus weiter Ferne zu kommen, dabei war ihr Hexengesicht plötzlich ganz nahe. Etwas strich mir über die Wange. „Wehren Sie sich nicht, Cherie! Lehnen sie sich einfach zurück. Entspannen Sie.“
Mir fehlte die Kraft, mich zu wehren.
Das letzte, was ich sah, war die Moffat, wie sie sich eine Zigarette ansteckte.
Ich träumte von Sturm und Regen. Von Männern in Stiefeln und Ledermänteln, die sich wie Scherenschnitte vor brennenden Pferdewagen abhoben. Die Flammen wurden zu einem roten Tuch in schwarzen Haaren, darunter das Gesicht der Moffat. Sie hob den Arm. Blaue Ranken brachen hervor und wickelten sich um die Männer. Funken sprühten. Gelb, orange und himmelblau – und dann war es vorbei. Im Dunkel schnarrte eine Kröte. Andere fielen ein. Über allem rauschte der Regen.

Als ich erwachte, saß die Moffat rauchend auf dem Sofa. Meine Schlüssel lagen auf dem Couchtisch.
„Wie …?“, fragte ich. „Können Sie Schlösser knacken?“
Die Moffat grinste. „Ih wo, Chérie. Teleport ist doch viel einfacher, n’est-ce pas?“

Ich weiß bis heute weder, wie sie es gemacht hat, noch was genau an diesem Abend passiert ist. Es ist mir auch egal. Mir reicht das Wissen, dass ich Madame Mimi Moffat Dank schulde und sie auf keinen Fall verärgern werde.


Diese Geschichte ist ein Beitrag zur 7. Clue Writing Challenge (Winter 2018/19)
Clues: Frisur, Grinsen, Zigarette, Robe, gelb
Hat sie dir gefallen?

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Was war und was wird

Was 2018 für mich bedeutet hat

Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückschaue, ist vieles gut, manches mau und leider sehr viel auch miserabel gelaufen. Ganz wunderbar war die Zeit auf der Leipziger Buchmesse. Hier muss ich ganz vielen Leuten DANKE! sagen. Den Freunden von Lebendige Geschichte zum Beispiel, die mich äußerst gastfreundlich aufgenommen haben. Dem Bundesverband junger Autorinnen und Autoren (BVjA), der mich zur Podiumsdiskussion „Was macht mich zum Schriftsteller“ eingeladen hatte. Vor allem aber den Schwestern vom Nornennetz, die es mir ermöglicht haben, meine Bücher in wirklich fantastischer Umgebung zu präsentieren, und die außerdem eine Lesung, sowie eine Podiumsdiskussion zu „starke Frauen in der Fantastik“ organisiert haben.

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Foto: Elenor Avelle

Der absolute Tiefpunkt des Jahres war der sehr überraschende Tod meines Vaters. Es war nicht der einzige Todesfall in der Familie dieses Jahr. Aber die Art seines Todes und ganze Drumherum waren, gelinde gesagt, sehr unschön. Auch sonst er hat mich stärker getroffen, als ich es für möglich gehalten hätte. Dazu kam eine neue Krebserkrankung bei meiner Mutter, die ich – anders als die im letzten Jahr – aber mehr oder weniger nur aus der Ferne begleiten konnte. Mit alledem zurechtzukommen, hat viel Zeit und Kraft gekostet, was schließlich in einer Depression mündete, an der ich immer noch knabbere.
Dass mein „kleiner“ Sohn sich kurz vor Weihnachten noch das Bein gebrochen hat und nun zu 100% pflegebedürftig ist, war dann nur noch der Vogelschiss auf dem Misthaufen.

Coverentwurf1 klein

Daher bin ich dieses Jahr auch weit hinter meinen Schreibplänen zurückgeblieben. Das Werwolfprojekt ist so häufig ins Stocken geraten, dass ich irgendwann den Faden nicht wiedergefunden habe. Auch der Roman „Steppe und Steine“ liegt vorläufig wieder auf Eis.
Um in diesem Jahr überhaupt etwas zu veröffentlichen, habe ich auf zwei ältere Geschichten zurückgegriffen. Meine Leser mögen mir dieses Recycling verzeihen.

Immerhin habe ich etwas veröffentlicht und betrachte das schon als kleinen Erfolg, zumal das Cover zu „Was von ihnen blieb“ wirklich wunderschön geworden ist. Auch das ist eine Eigenleistung, auf die ich stolz bin.

Was 2019 kommen soll

Der Dezember ist aber nicht nur die Zeit der Rückbesinnung, sondern auch dafür, Pläne für das neue Jahr zu schmieden.
Eigentlich wollte ich jetzt verkünden, dass ich im Januar meinen privaten WriMo ausrufen und endlich „Steppe und Steine“ fertig schreiben werde. Das hat sich vorläufig zerschlagen, ich hoffe aber, dass es im März oder April klappt.
Im Februar bin ich als Gast zur Jubiläumsveranstaltung „Literatur unter Strom“ des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller nach Aschaffenburg eingeladen, wo ich sowohl an einer Podiumsveranstaltung teilnehmen als auch eine Lesung halten werde.
Außerdem will ich neben dem Werwolfwestern noch mindestens eine weitere Erzählung für den Codex Aureus schreiben.

Der Codex Aureus wird im Lauf des Jahres einen eigenen, unabhängigen Webauftritt bekommen. Dazu soll neben einer selbst gehosteten Webseite auch eine Social-Media-Präsenz gehören. Ich hoffe, dadurch gezielter Leserinnen und Leser ansprechen zu können.
Der Webspace und die Adresse sind schon reserviert, ein Twitteraccount ist angemeldet. Es geht also „nur noch“ darum, beides mit Leben zu füllen.

Und du? Was sind deine Pläne für 2019?

Kann man E-Books verschenken?

Ja, das geht.

Bevor du dich jetzt in den nächsten Online-Shop klickst, solltest du dich allerdings informieren, wie der oder die Beschenkte E-Books am liebsten liest. Wer einen E-Reader hat, ist an bestimmte E-Book-Formate gebunden. Bei denen, die lieber auf Smartphone oder Tablet lesen, ist es (fast) egal.

Das klingt kompliziert? Ist es nicht.

Vorab aber ein bisschen Technik, sorry

Erst mal: Es gibt drei Formate für E-Books: ePub, PDF und AZW (bzw. KFX). AZW (bzw. KFX) ist eine Weiterentwicklung des Mobi-Formats wird ausschließlich von Amazon verwendet. E-Pub ist ein HTML-Klon und läuft auf praktisch allen anderen E-Readern. Die in den Online-Shops des „regulären“ Buchhandels angebotenen E-Books sind in der Regel ePubs. PDF ist eine Entwicklung von Adobe, die im Wesentlichen für die Übermittlung von Dokumenten genutzt wird, da sich PDFs nicht dynamisch an die Bildschirmgröße anpassen. Das ist bei kleinen Displays eher lästig. Deshalb spielt PDF auf dem E-Book-Markt keine große Rolle. Ich erwähne es nur der Vollständigkeit halber.

Besitzt der oder die Beschenkte also einen E-Book-Reader, ist die erste Frage: Amazon Kindle oder irgendetwas anderes? Wenn es ein Kindle ist, kann man auch nur über Amazon E-Books verschenken. Bei allen anderen E-Readern ist man dagegen frei in der Wahl des Händlers – mit Ausnahme von Amazon, weil das keine ePubs anbietet.
Ähnlich ist es, wenn das bevorzugte Lesegerät ein Tablet ist. Auch hier stellt sich die Frage Kindle oder nicht Kindle. Amazon wehrt sich sehr strikt dagegen, dass irgendwas, das nicht dort gekauft wurde, auf „seinen“ Tablets landet. Also gilt auch hier: Wenn es ein Kindle-Tablet ist, kann man nur über Amazon verschenken. Bei allen anderen Herstellern hat man die freie Händlerwahl. Dieses Mal wirklich. Das liegt daran, dass man eine App braucht, um auf dem Tablett lesen zu können. Diese sogenannten Reader-Apps gibt es von verschiedensten Anbietern und für alle Formate.
Bei Smartphones entfällt sogar die Frage: Kindle oder kein Kindle. Man braucht nur die App. Wer bereits auf dem Smartphone oder dem Tablet liest, wird eine App haben. Es ist aber auch kein Problem, eine weitere herunter zu laden (es sei denn, natürlich, man hat einen Kindle …)

Zusammenfassend kann man sagen:
Leuten, die auf einem Kindle (Reader oder Tablet) lesen, muss man E-Books bei Amazon kaufen.
Leuten, die auf einem anderen Reader lesen, kann man die E-Books bei jedem Händler außer Amazon kaufen.
Leuten, die auf dem Smartphone oder einem anderen Tablett als einem Kindle lesen, kann man E-Books überall kaufen.

Und wie funktioniert das mit dem Verschenken?

Auch hier muss man wieder zwischen Amazon und anderen Anbietern unterscheiden.

E-Books verschenken über Amazon

Wer ein E-Book über Amazon verschenken will, kauft einfach einen E-Book-Geschenkgutschein und verschenkt den. Darauf kann man auch notieren, welches Buch man verschenken will. Allerdings ist der oder die Beschenkte nicht gebunden, sondern kann auch ein anderes E-Book auswählen.

E-Books anderer Händler verschenken

Die meisten Händler bieten in ihren Online-Shops eine Geschenkoption für E-Books, über die sich die Bestellung wie jeder andere Geschenkversand abwickeln lässt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass man statt der Postanschrift die E-Mail-Adresse der Person eingibt, die man beschenken möchte. Das E-Book wird als Datei versandt und kann auf das übliche Lesegerät übertragen werden. Natürlich ist es nett, trotzdem mit einer Karte darauf hinzuweisen, dass im Posteingang eine Überraschung wartet.

Damit eignen sich E-Books ganz besonders als Last-Minute-Geschenke. Jedenfalls für chaotische Menschen wie mich, für die Nikolaus, Weihnachten und Geburtstage immer völlig überraschend kommen. Du bist vermutlich viel besser organisiert und hast längst alle Geschenke zusammen, oder?
Egal, ich wünsche dir in jedem Fall eine schöne (Vor-)Weihnachtszeit!

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Bildquelle: Couleur via Pixabay

Warum meine Bücher teurer werden

Vielleicht hast du dich gewundert, dass Was von ihnen blieb teurer ist als meine übrigen Bücher. Nun, ich habe beschlossen, den Preiskampf, der auf dem E-Book-Markt tobt, nicht länger mitzugehen. Es hat ja keinen Sinn, wenn wir Selfpublisher uns gegenseitig immer weiter unterbieten.

Eventuell starte ich kurz vor Weihnachten eine kleine Rabattaktion und gleiche den Preis an die übrigen an. Nach Weihnachten werden die Preise aller Bücher auf mindestens 1,99 € steigen.

Weil sie es wert sind.

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Literatur unter Strom: Interview durch Nina George

Nächstes Jahr feiert der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) 50-jähriges Jubiläum. Der Jubiläumskongress steht unter dem Motto „Literatur unter Strom“ – ein in mehrfacher Hinsicht passendes Motto, denn das zentrale Thema des Jubiläumsjahrs 2019 ist die Digitalisierung und ihre Bedeutung für AutorInnen, Verlage und Buchmarkt.

Das Thema wird jedoch nicht erst ab 2019, sondern bereits jetzt diskutiert. In diesem Zusammenhang hat Nina George (ja, genau DIE Nina George) mich zu den Themen Selfpublishing und den Folgen der Digitalisierung für den Buchmarkt interviewt.
Ihre Fragen fand ich sehr spannend und herausfordernd. Was dabei herausgekommen ist, kannst du auf den Seiten des VS in der Rubrik „Literatur unter Strom: Interviews und Statements“ nachlesen.

28768659_964298187058547_1701217180_oWas mich jetzt interessieren würde: Wie siehst du das? Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf den Buchmarkt? Können Verlage von Selfpublishern lernen? Werden unsere Enkel noch gedruckte Bücher lesen? Werden sie überhaupt noch lesen oder gehört die Zukunft dem Gaming, Streaming oder ganz anderen Technologien?
Ich freue mich auf deine Meinung!

 

Von Liebe, Tod und Geistern

Eigentlich wollte ich, angeregt von einer Twitter-Diskussion über Liebe und Romance schreiben. Dann fiel mir auf, dass das vielleicht nicht die beste Idee ist; genauer gesagt und ich dazu besser den Mund halten sollte, weil Liebe und Romantik bei mir gerne tödlich ausgehen. „Steppenbrand“ enthält eine Liebesgeschichte mit tödlichem Ausgang. In „Der Fluch des Spielmanns“ führt das Begehren zu einer Frau zur Katastrophe. Die Dryade in „O Tannenbaum“ liebt ihren Baum so sehr, dass sie dafür über Leichen geht. Nur Silke, die Vampirin aus „Biss zum letzten Akt“ liebt niemanden (außer sich selbst vielleicht) – und oh Wunder – niemand stirbt.

In „Was von ihnen blieb“ gibt es naturgemäß Tote. Ohne Tote keine Geister. Aber niemand stirbt im Laufe der Handlung. Was daran liegen könnte, dass es auch keine Liebesgeschichte gibt.
Ich hoffe nicht. Ich hoffe, irgendwann eine Geschichte erzählen zu können, in der sich zwei Wesen ineinander verlieben und tanzend in einen Sonnenuntergang voller Geigen entschwinden. Ok. Ganz so kitschig muss es vielleicht nicht werden. Aber bevor ich nicht wenigstens ein ganz kleines Happy End gestiftet habe, erzähle ich besser nichts von Liebe und Romantik.

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Geister gibt es nur zu Halloween?

Von wegen!

In den europäischen Sagen und Legenden spukt es zu allen Jahreszeiten. Das gilt nicht nur für die, eher in Schlössern und Burgen beheimateten, weißen Frauen. In den Wäldern muss man sich nachts vor Huckaufs fürchten und im Moor sollte man keinesfalls den Irrlichtern folgen. Aber auch auf freiem Feld ist man nicht sicher, weil dort Hafermann und Roggenmuhme ihr Unwesen treiben.

Jetzt, nachdem die Ernte eingeholt wurde, geben die letztgenannten zwar Ruhe – dafür beginnt allerdings bald die Zeit der wilden Jagd.

Eine wunderbare Zeit, sich ein bisschen zu gruseln. Denn als aufgeklärte Menschen glauben wir selbstverständlich nicht an Geister, oder?

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Vom Newsletter und einem explodierten Drabble

Noch etwas, das ich fast vergessen hätte: Spätestens wenn ein neues Buch ansteht, muss ein Newsletter raus. Und demnächst steht die Veröffentlichung von Was von ihnen blieb an.

Also Grußwort schreiben, Buchvorstellung, sonstige Neuigkeiten und als Bonbon ein Drabble. Möglichst eins, das zum Buch passt. Exklusiv, also bisher unveröffentlicht.
Tja und da haben wir ein Problem. Ein großes, fettes Luxusproblem. Das Drabble ist nämlich sozusagen explodiert, d. h. die Geschichte wollte sich keinesfalls auf 100 Worte beschränken lassen.
Wer den Newsletter abonniert hat, darf sich also auf eine Mini-Erzählung freuen.

Ich muss nur noch das Grußwort fertig schreiben. Nur noch … Nun, ja.

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Was von ihnen blieb erscheint demnächst als 6. Band im Codex Aureus.

Wie immer als eBook und wie immer für fast alle Lesegeräte.

Der Klappentext, mein Endgegner

Es ist bei jedem Buch das Gleiche: Da habe ich ein paar tausend Worte geschrieben, aber so bald ich etwas über das Geschriebene sagen soll, verwandelt sich das Hirn in einen weiten, öden Raum, durch den höchstens Satzfetzen treiben. Muffig gewordene Klischees. Worthülsen. Formulierungen, so dürr und hölzern, dass sie schon vom Hinsehen splittern. Sprachmüll eben.

Bei dem neuen Band für den Codex Aureus war es noch ein bisschen komplizierter, denn Was von ihnen blieb enthält zwei Novellen. Wie also beiden gerecht werden, ohne zu langatmig zu werden? Wie genug erzählen, ohne viel zu verraten?

Inzwischen hoffe ich, eine Lösung gefunden zu haben. Ein herzliches Dankeschön an die Schwestern vom Nornennetz. Ihr habt mir mit eurer Kritik sehr geholfen!

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Was von ihnen blieb erscheint demnächst als sechster Band im Codex Aureus. Der genaue Erscheinungstermin steht noch nicht fest.

Erhältlich über den Buchhandel und bei Amazon.